14. August 2014

Onkel Alfred

Wenn ich meinem Onkel Alfred einen Besuch abstatte, heißt es nicht, dass ich einen Menschen besuche. Ich gucke einen Film von Alfred Hitchcock, am meisten berühmt für die Duschszene in Psycho oder für die Vögel in Die Vögel.

Viele jener Filme von Hitchcock haben mich stets von den 50ern und 40ern träumen lassen. Irgendwann habe ich letztendlich meine Oberflächlichkeit eingesehen und begraben und mich zunächst mit diesen Jahrzehnten und dann mit seinen Filmen beschäftigt.

Man sollte diese Filme nicht als alt betrachten. Denn er war für seine Zeit relativ modern. Er war es, der angefangen hat die Kühle der Frauen aus ihnen rauszuholen. Das Böse.
Denn zu jenen Zeiten und wie auch schon Jahrhunderte davor war die Frau immer das gute und zarte Wesen, die Mutter und die fromme Ehefrau.

Es erregt immer Aufsehen wenn es um die leidenschaftlichen Gefühle einer Frau geht. Zum Teil auch noch heutzutage.
Und deswegen sind die Filme von Onkel Alfred auch so genial. Er hatte auch nicht umsonst öfter Probleme mit der schrecklichen, schrecklichen Zensur.
Ich habe mich ab und zu gefragt, wieso er keine Filme mit Audrey Hepburn gedreht hat. Bis mir auffiel, dass dies doch klar auf der Hand liege. Schließlich war Hepburn eine Heilige und alles andere als kühl. Und das, obwohl sie Europäerin war. ;)

Nun, Grace Kelly war eine der Lieblinge von Hitchcock. Und das ist ebenfalls absolut verständlich. Denn sie ist ein Vorbild für die kühle Blondine.

Kommen wir zu meinen persönlichen Lieblingsfilmen von Hitchcock, wobei ich so wenig wie möglich über die Handlung sprechen möchte.:

1. Eine Dame Verschwindet (The Lady Vanishes)
Dieser Film ist besonders gut für Menschen geeignet, die schon einige Agatha Christie-Bücher gelesen haben. Der Hauptteil des Films spielt in einem Zug und ich bevorzuge solche Filme sehr. Er spielt auch ein wenig mit Klischees und erinnert an Miss Marple. Der ganze Film ist wie ein Spiel mit den Nerven der Protagonistin. Sie weiß irgendwann nicht mehr, was sie selbst glauben soll.

2. Die 39 Stufen (The 39 Steps)
Bei diesem Film wurde mir am Anfang etwas schwindlig, weil alles so schnell ging. Zunächst ist man in einer Music Hall in London, ein Mr. Memory tritt auf, es werden Fragen gestellt, es wird geschossen und eine Frau wird ermordet. Der Protagonist muss fliehen.
Natürlich passiert etwas dazwischen und es gibt auch eine Liebesgeschichte. Es gibt viele Details und auch einen Zug. Ebenfalls gibt es Aufnahmen, die viel mehr sagen als 1000 Worte.

3. Rebecca
Eigentlich reicht es, wenn ich sage, dass Laurence Olivier mitspielt. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen unterstreichen die Geschichte sehr, weil viel mit Schatten und Licht gearbeitet wird. Die Person um die es geht, ist eigentlich tot und dennoch konnte Hitchcock ihre Präsenz hervorheben.

4. Bei Anruf Mord (Dial M for Murder) 
Einer der Filme mit Grace Kelly. Der gesamte Film spielt in einer Wohnung. Ein Mord wurde geplant. Doch bei der Ausübung des Plans, wird der Mörder selbst ermordet. Der Planer schafft es, die Details jedoch so zu verdrehen, als ob es keine Notwehr gewesen wäre. Fast wird das Opfer nochmal zum Opfer.

Selbstverständlich gibt es noch mehr Filme, die mir besonders gut gefallen. (Rear Window, Vertigo)  Dennoch empfehle ich einfach, jene Filme selbst zu gucken. Hitchcock war ein epischer Filmemacher. Allein seine Aufnahmen erzählten Geschichten.

Was ich auch sehr an ihm mag und was in irgendeiner Weise zu einem Running Gag geworden war, ist das Hitchcock Cameo-Auftritte in seinen eigenen Filmen hatte. Ein Cameo-Auftritt ist, wenn eine berühmte Persönlichkeit entweder als er selbst oder ganz einfach so auftritt ohne spezielle Rolle. Sie muss nicht einmal eine Sprechrolle haben.

Hier ist ein Video mit allen Cameo-Auftritten:


Ach und sagt Onkel Alfred doch Guten Tag

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