24. August 2014

N.H. Kleinbaums "Der Club der Toten Dichter"

Dieses Buch ist sehr berührend. Aber besonders entführt es einen in die amerikanische Poesie.
Es kritisiert das konservative Verhalten von Eltern gegenüber ihren fast erwachsenen Kindern.
Die Eltern wollen ihre Kinder nicht zum Denken treiben. Sie sollen gute Noten haben und es ist ihnen gleich, ob die Schüler es verstehen oder ob es sie gar interessiert.
Nach der Schule sollen sie sich dazu aufmachen, das Medizin- oder Jurastudium anzugehen.

Um dann viel Geld zu verdienen, eine ansehnliche Frau zu heiraten und ein Paar Kinder zu kriegen. Ob die Träume dafür eingebüßt werden müssen, ist den Eltern nicht einmal bekannt, da ihre Kinder nicht mit ihnen über solche Themen sprechen können.
Die Väter wollen ihr Leben wieder gutmachen, indem sie ihren Söhnen die Möglichkeiten geben, die sie selbst nicht hatten. An sich ist es natürlich nachvollziehbar und auch schön, jedoch werden die Jungen dazu gezwungen.
Sie "hätten ja keine Ahnung vom Leben. Ihnen fehle die nötige Erfahrung."
Was, wie die Lektüre zeigt, verheerende und tragische Folgen haben kann, die vermeidbar gewesen wären.

Natürlich kann man die Jugend sich nicht vollständig allein überlassen. Sie verkommt dadurch. Allerdings kann man ihnen ebenso wenig Meinungen aufzwingen.
Die Jugend ist mit einer wachsenden Blume vergleichbar, doch hat jede Blume den selben Lebenslauf, was nicht gerade zeigt, dass Blumen Individuen sind.
Doch bei Jugendlichen und Kindern handelt es sich um Individuen.

Und das Wundervolle an dieser Geschichte ist, dass ein Mensch, als Lehrer verkleidet, denn Lehrer sind zumeist keine richtigen Menschen, diesen Knaben zeigt, was das Leben zu bieten hat.
Dies' jedoch nicht direkt, sondern in Poesie versteckt. Solch' einen Menschen braucht jeder junge Mensch, wenn die Eltern nicht dazu fähig sind.
Denn nicht auf das System, sondern auf den Verstand und den Charakter kommt es an.

Denn, und hier ist der Vergleich mit den Blumen ganz passend, wenn man seine Pflanzen nicht gießt, zerfallen sie und werden zu Unkraut.
Und Unkraut ist eine unliebsame Sache, deren Entfernung äußerst mühsam ist.

Drum lasst uns die Jugend mit Leben gießen. Mit Wissen, mit Leben, mit Verstand und mit Liebe und Verständnis.

Und vor allem Verständnis.

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