Dieser Blog war die letzten Jahre eher apolitisch. Jetzt ändert sich das.
Ich habe gerade gelesen, dass ein Flüchtling gestorben ist. Nicht auf dem Fluchtweg, sondern hier in Deutschland. Nicht, weil ihn dumme Idioten todgeprügelt haben, sondern weil er erfroren ist, weil er vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales gewartet hat.
(Anmerkung: Laut dem Handelsblatt ist der Fall von einem der Mitarbeiter erfunden worden. Dies ändert jedoch nichts an meinem Standpunkt.)
Es regt mich auf, einerseits, ich tue auch nichts für oder gegen die Situation wie sie jetzt ist. Andererseits, was kann ich tun? Ich teile nur meine Meinung und ich glaube, auch wenn man wahrscheinlich dankbar ist für die Offenheit, Akzeptanz und eigentlich Menschlichkeit, bringt es wohl keinem was, wenn ich sage: "Alle Flüchtlinge rein!"
Und das ist auch meine Meinung. Menschen, die in ihrem Land nicht leben können, nicht leben wollen, sondern nicht leben können, sollten Schutz bei uns suchen können.
Nach dem Vorfall in Köln, spaltet sich die Meinung in Deutschland sehr. Ich finde, jemand der in ein Land kommt und dort Menschen verletzt, hat dann doch irgendwie sein Recht verwirkt.
Andererseits muss man beachten, dass nicht alle so sind. Und davor fürchte ich mich. Vor Menschen, die alle in einen Topf stecken. "Die sind doch alle gleich!", wird von manchen gesagt. Und ich denke mir, was soll der Schwachsinn. In Deutschland sind wir doch auch nicht alle gleich und reagieren nicht immer gleich.
Aber da hat man einen Menschen, der sich nicht informiert und nur zu hören bekommt, dass SEIN Komfort begrenzt wird.
Ich habe einen Artikel gelesen, in welchem stand, dass die deutschen Bürger arm sind. Es wurde jedoch nicht definiert, was arm bedeutet. In einem Land wie unserem, wo es so viele Arbeitsplätze gibt und man sich letztendlich einfach nur gut organisieren muss und Massenkonsum nicht als Normalität ansehen darf, ist es nicht so leicht arm zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es immer, was auch immer sie für welche sein sollten. Aber zum Schluss, ist man selbst für sein Leben verantwortlich.
Wenn das Leben den Bach runtergeht, bist du erstmal selber daran Schuld.
Wenn jedoch das Land den Bach runtergeht und du nichts dafür kannst, warum sollte man nicht, die Flucht ergreifen?
Es mag sich vielleicht wie eine Doppelmoral anhören, aber es ist keine. Zumindest denke ich, dass es keine ist.
Wer Janne Tellers "Krieg" gelesen hat, weiß was ich meine. Denn schließlich kann es immer passieren, dass in Deutschland ein Krieg ausbrechen könnte. Wir wiegen uns zu sehr in Sicherheit, aber es kann immer passieren. Allein das Spiel "Risiko" zeigt, wie angreifbar Deutschland ist.
Wenn hier Krieg ausbrechen würde, würdest du hierbleiben, bis deine Familie und du selber stirbst?
Das liegt doch nicht in der menschlichen Natur, dem Überlebensinstinkt. Warum sollte man für etwas kämpfen, was gegen einen ist, und hinter dem man einfach nicht steht? Das macht doch keiner.
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