1. Februar 2016

Über Gender

Ich bin kein Experte, um das vorweg zu klären, aber ich bin ein Mensch und habe eine gewisse Empathie, weswegen ich jetzt endlich mal über die Themen Gender und Sexualität sprechen möchte.

Wer sagt, dass das Thema genug besprochen wurde: das stimmt nicht, sonst hätte die AfD nicht so viele Anhänger.

Wie dem auch sei, meine Frage geht an die Gesellschaft: warum geht man immer davon aus, dass eine Person heterosexuell ist? Warum muss man erst wie ein "Andersorientierter" aussehen, um auch dafür gehalten zu werden? Und vor allem, wie sieht man bitte schön aus, wenn man nicht hetero ist?
Warum ist es so komisch, wenn jemand nicht hetero ist. Ich kann es nicht nachvollziehen. Jeder mag irgendwie verschiedene Dinge. Das kann genauso gut auf Menschen zutreffen. Deswegen kann ich nicht verstehen, warum man überhaupt unterscheiden muss. Liebe ist Liebe und wenn ein Mensch einen anderen Menschen liebt und ihn/sie/es/... heiraten möchte, dann soll dieser Mensch es doch auch tun.
Und wenn ein Mensch keinen Sex mit einer anderen Person haben möchte, dann ist das keine Phase, dass nennt sich Asexualität. Aber: eine Person muss sich schon selbst benennen. Labels sind nicht dazu da um sie anderen Menschen an den Kopf zu schmeißen, sie sind für einen selbst da um sich mit etwas zu identifizieren. Und das ist jedermanns recht.
Schließlich geht man ja auch nicht zu einer christlichen Person hin und sagt: "Nein, du bist jüdisch!" Das macht keiner, also lasst es auch mit den Sexualitäten und geht nicht immer davon aus, dass ein Mensch überhaupt mit einem anderen Menschen zusammenleben möchte.
Nur weil für einen etwas "normal" ist, ist es noch lange nicht für jemand anders normal. Sonst hätten wir ja alle dieselbe Meinung in allen Dingen. Das wäre irgendwie langweilig, vielleicht einfacher und friedlicher. Aber wenn wir uns nicht mehr streiten würden, was hätten wir dann zu tun?

Nun zum Gender: warum wird immer davon ausgegegangen, dass ein Mensch cisgender ist? (Soziales Geschlecht entspricht dem biologischem Geschlecht) Ich sehe in den Menschen so viel mehr als nur ihr biologisches Geschlecht.
Man sagt so oft, dass man für sein Aussehen und seine Herkunft nichts kann. Aber man kann ja auch nichts für sein biologisches Geschlecht. Wieso wird dann so oft danach geurteilt?
Letztens war ich mit ein paar biologischen Jungs in einem Raum und wir haben uns unterhalten. Auf Dauer hat es mich genervt, dass ständig hervorgehoben wurde, wie ich gerade die einzige (biologische) Frau im Raum wäre. Ich habe nichts gesagt, um nichts erklären zu müssen.
Aber so viele sagen nichts, um einfach nichts erklären zu müssen und dann entsteht so ein Verein wie die AfD, die jeden Menschen, der nicht zur konservativen Norm passt, als kranken Menschen abstempelt.

Was ist für mich die Norm? Die Norm bedeutet für mich, dass jeder Mensch Mensch ist und nicht nach seinem Äußeren verurteilt wird. Ich will auf einer höheren Ebene Mensch sein, in der mein Aussehen keine Rolle spielt, ohne dass ich gleich Gott heiraten und eine Nonnenkutte tragen muss. Ich beurteile Menschen (und das lässt sich nicht vermeiden) nach ihrem Gesichtsausdruck und dem Ausdruck ihrer Augen und (Astro-TV-Alarm) nach der Aura, die sie versprühen.
Ich mag keine Menschen, die den ganzen lieben Tag lang unzufrieden schauen oder Menschen, die mir die Energie klauen. Aber das ist meine Meinung und wenn ein anderer anders denkt, ist das auch ok so.

Und die Moral von der Geschicht: Jeder Mensch, der nach seinem Äußeren einen Stempel draufgedrückt bekommt, hat es viel schwerer zu beweisen, dass er eigentlich anders ist. Darum lasse jeden Menschen so wie er ist. Und schiebe dein Urteil etwas auf, damit kein Vorurteil entsteht.

Lass dich überraschen von der Süße der Menschlichkeit!

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