Wir erachten Dinge als normal, weil sie als normal gelten.
Etwas wirkt verworren, wenn wir es nicht kennen.
Ich sah den Film Das Gespenst der Freiheit mit offenen Mund und der ständigen Frage "Was zur Hölle?".
Die Menschen taten Dinge, die für mich außerhalb jeglicher Vernunft waren. Für die Charaktere waren sie gesellschaftlich akzeptiert.
Und deswegen tun wir, was wir tun. Es wird erwartet, aber niemand wirklich weiß, warum es erwartet wird. Man schämt sich, gewisse Dinge zu tun, da sie ungewöhnlich scheinen oder unnormal.
Aber Normalität wird durch Häufigkeit erwirkt. Geschichtlich gesehen waren viele Dinge unnormal, die heute selbstverständlich sind. Wie Autos oder das Frauenwahlrecht.
Durch die Wiederholung werden sie normal.
Darum frage ich mich, ob wir wirklich frei sind in den Dingen die wir tun. Theoretisch wollen wir sie tun, aber warum wollen wir sie tun?
Es fällt uns so schwer, etwas Neues zu erschaffen als Individuum. Aber eigentlich gibt es weder normal noch unnormal. Natürlich ist dies leichter gesagt, als getan.
Aber unabhängig aller Moraltheorien, kann man alles tun, was man will. Die Gesellschaft kann einen nicht aufhalten. Es sind keine niedergeschriebenen Gesetze. Es ist eine Art von Glauben, der so sehr verinnerlicht wurde, dass man gar nicht mehr weiß, dass es künstlich ist.
Wenn man sich unwohl fühlt, muss man nicht dort bleiben, wo man ist. Man kann gehen und die Wand durchbrechen. Tatsächlich ist die Wand, der einem im Weg steht, elastischer als man glauben mag. Nur darf man ihr nicht aus dem Weg gehen.
Die Wand umschließt eine Komfortzone, die gar nicht komfortabel ist.
In letzter Zeit habe ich angefangen, auf der Straße zu singen und zu tanzen, was ich mich nie getraut habe im nüchternen Zustand.
Jetzt stelle ich mir die Frage: Was soll passieren? Ich verstoße gegen kein Gesetz. Ich verhalte mich nur auffällig. Und dies ist kein Verbrechen.
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