25. August 2014

Die alte Kupplerin

Entnervt und verwirrt war wohl die ganze Meute am Bahnhof, als die nette Dame aus der Büchse verkündete, dass der Zug um 08:05 nach Szczecin heute leider entfallen würde.
Ich war um 06:00 Uhr wach und seit 06:30 Uhr auf den Beinen. Wohl oder übel mussten wir nach Angermünde fahren ohne die Gewissheit, ob wir tatsächlich noch nach Polen kommen würden.
Der Zug, der eigentlich nach Stralsund fährt, ist nun voller polnischer Fahrgäste und auch mit den Deutschen gefüllt, die mutig genug waren, einzusteigen.
Um 09:00 sind wir in Angermünde und es ist niemand zur Stelle, der uns freundlicherweise über unser Schicksal in Kenntnis setzen könnte.

Ungefähr 40 Minuten später erscheint ein Schienenersatzverkehr am Busbahnhof. Ein großer Teil der Fahrgäste stürzt auf den Bus zu.

Zehn Minuten später fährt der Bus ab. Die Leute sitzen aufeinander, auf den Treppen, auf dem Busfahrer, mit dem Gesicht an's Fenster gedrückt.

Es ist ein grauenhaftes Bild und doch ist es real. Da ich nicht so sehr darauf brenne, so früh wie möglich in Szczecin anzukommen und nicht allzu lebensmüde bin, warte ich auf den nächsten Zug.
Zwar ist dieser ebenso voll, dennoch hat es sich gelohnt, einzusteigen. Denn wir begegneten einem freundlichen Paar, mit welchem wir die ganze Fahrt über plauderten.

Liebe Deutsche Bahn,
durch Dich lernen sich Menschen kennen. Dies passiert leider immer seltener und darum dank ich Dir.
Obwohl ich manchmal die Titanic bevorzugen würde und Du an Deiner Organisation arbeiten könntest, mag ich es mit Dir zu fahren.

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