31. Januar 2016

Der Weg ist das Ziel

Man hört diesen Spruch so oft und sagt ihn mindestens genauso oft ohne wirklich zu realisieren, was er eigentlich bedeutet.

Ich habe soeben Coelhos "Alchimist" beendet. Es handelt von einem jungen Mann, der aufgrund eines wiederkehrenden Traumes, welcher ihm einen Schatz nahe den Pyramiden zeigt, beschließt ihn tatsächlich zu suchen.

Und die Suche ist letztendlich der tatsächliche Schatz. Was er gelernt hat, ist so viel mehr wert, als das Geld, dass er findet.
Es trägt außerdem eine andere Botschaft mit sich, nämlich die, dass man manchmal einen weiten Weg gehen muss, nur um zu sehen, was sich die ganze Zeit dort befunden hat, wo man die meiste Zeit verbracht hat.

Bei allem, was ich aufgreife, ist mir der Prozess, die Entwicklung so viel wichtiger als das tatsächliche Ergebnis. Denn was bringt mir ein gutes Ergebnis, wenn der Weg dorthin nur mit schlechten Erfahrungen verbunden wird? Dies kann ebenfalls auf die Schule angewandt werden, wenn ich so darüber nachdenke. Gute Noten sind eigentlich so nebensächlich, zumindest sollte es so sein. Aber als Schüler verliert man irgendwann die eigentliche Absicht von Schule: das Wissen, was uns gegeben wird.
Das Wissen ist wie eine Ware, mit der man rumschmeißt. Es entsteht ein absurder Konkurrenzkampf, der zum Bulimielernen führt, nur um zeigen, wer mehr weiß, anstatt voneinander zu lernen.

Und ein Fehler, den fast alle Lehrer machen: sie vergessen dem Wissen Bedeutung zu verleihen. Wieso wird so selten gefragt, warum gerade etwas gemacht wird? Man macht es einfach, ohne zu Fragen oder zu kritisieren und wundert sich dann über demotivierte Schüler.

Zurück zum tatsächlichen Leben und zu meiner eigentlichen Aussage: Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis. Nichtsdestotrotz sollte man das Ziel nicht aus den Augen verlieren um nicht vom Weg abzukommen, obwohl man manchmal einen "falschen" Weg einschlagen kann (Nennt sich auch Erfahrung).
Denn der Weg ist das, was dem Ziel letztendlich den Wert verleiht.

27. Januar 2016

Geflüchtet

Dieser Blog war die letzten Jahre eher apolitisch. Jetzt ändert sich das.

Ich habe gerade gelesen, dass ein Flüchtling gestorben ist. Nicht auf dem Fluchtweg, sondern hier in Deutschland. Nicht, weil ihn dumme Idioten todgeprügelt haben, sondern weil er erfroren ist, weil er vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales gewartet hat.

(Anmerkung: Laut dem Handelsblatt ist der Fall von einem der Mitarbeiter erfunden worden. Dies ändert jedoch nichts an meinem Standpunkt.)

Es regt mich auf, einerseits, ich tue auch nichts für oder gegen die Situation wie sie jetzt ist. Andererseits, was kann ich tun? Ich teile nur meine Meinung und ich glaube, auch wenn man wahrscheinlich dankbar ist für die Offenheit, Akzeptanz und eigentlich Menschlichkeit, bringt es wohl keinem was, wenn ich sage: "Alle Flüchtlinge rein!"

Und das ist auch meine Meinung. Menschen, die in ihrem Land nicht leben können, nicht leben wollen, sondern nicht leben können, sollten Schutz bei uns suchen können.

Nach dem Vorfall in Köln, spaltet sich die Meinung in Deutschland sehr. Ich finde, jemand der in ein Land kommt und dort Menschen verletzt, hat dann doch irgendwie sein Recht verwirkt.
Andererseits muss man beachten, dass nicht alle so sind. Und davor fürchte ich mich. Vor Menschen, die alle in einen Topf stecken. "Die sind doch alle gleich!", wird von manchen gesagt. Und ich denke mir, was soll der Schwachsinn. In Deutschland sind wir doch auch nicht alle gleich und reagieren nicht immer gleich.

Aber da hat man einen Menschen, der sich nicht informiert und nur zu hören bekommt, dass SEIN Komfort begrenzt wird.
Ich habe einen Artikel gelesen, in welchem stand, dass die deutschen Bürger arm sind. Es wurde jedoch nicht definiert, was arm bedeutet. In einem Land wie unserem, wo es so viele Arbeitsplätze gibt und man sich letztendlich einfach nur gut organisieren muss und Massenkonsum nicht als Normalität ansehen darf, ist es nicht so leicht arm zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es immer, was auch immer sie für welche sein sollten. Aber zum Schluss, ist man selbst für sein Leben verantwortlich.

Wenn das Leben den Bach runtergeht, bist du erstmal selber daran Schuld.

Wenn jedoch das Land den Bach runtergeht und du nichts dafür kannst, warum sollte man nicht, die Flucht ergreifen?

Es mag sich vielleicht wie eine Doppelmoral anhören, aber es ist keine. Zumindest denke ich, dass es keine ist.

Wer Janne Tellers "Krieg" gelesen hat, weiß was ich meine. Denn schließlich kann es immer passieren, dass in Deutschland ein Krieg ausbrechen könnte. Wir wiegen uns zu sehr in Sicherheit, aber es kann immer passieren. Allein das Spiel "Risiko" zeigt, wie angreifbar Deutschland ist.

Wenn hier Krieg ausbrechen würde, würdest du hierbleiben, bis deine Familie und du selber stirbst?

Das liegt doch nicht in der menschlichen Natur, dem Überlebensinstinkt. Warum sollte man für etwas kämpfen, was gegen einen ist, und hinter dem man einfach nicht steht? Das macht doch keiner.

20. Januar 2016

"Weil ich ein Junge bin"

Gestern hatte ich viele Freistunden und saß im Aufenthaltsraum meiner Schule bis auf einmal ein Junge, jünger als ich, auf mich zukam und gefragt hatte, warum ich mir denn die Haare abgeschnitten hatte.

Ja, warum eigentlich? Zugegeben, ich wollte die Last des alten Jahres einfach wegschneiden und einen Neuanfang oder einen neuen Abschnitt beginnen aber was weiß der denn schon.

Ich antwortete: "weil es besser zu mir passt." Und das stimmt auch, wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich mich, obwohl ich manchmal meine langen Haare wie ein Geist spüre, was irgendwie gruselig ist. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden und es hat auch gar nichts mit meinem Genderausdruck zu tun...na gut, vielleicht doch, aber ein Junge bin ich nicht.

Und schließlich, wer hat denn beschlossen, dass Jungs nur kurze und Mädchen nur lange Haare haben dürften.
Die Welt wäre doch unglaublich langweilig, wenn alle gleich aussähen.

Zurück zu der Situation: eine Freundin fragte ihn dann provozierend, warum er sich denn nicht die Haare langwachsen lassen würde und was sagte er?

"Weil ich ein Junge bin."

Und zugegeben, dass ist meines Erachtens die dümmste Entschuldigung, die ich je gehört habe und zudem Sexismus gegen sich selbst.


Schade, dass man das von einem jungen Menschen zu hören kriegt.

6. Januar 2016

Dunkelheit und das frohe neue Jahr

Das neue Jahr ist angebrochen.
Was für ein Wunder.
Wie dem auch sei, dieses Jahr wird meinem Leben sehr viel Bedeutung hinzufügen. Ich werde reisen, ich werde mein vorletztes Jahr beenden und mein letztes Schuljahr beginnen. Bis jetzt komm ich ganz gut mit meinen Plänen zurecht.

Ich habe angefangen, ein Buch über Philosophie zu lesen und muss zugeben, dass ich mit der antiken Philosophie entweder nichts anfangen kann oder der Autor mir sie nicht so gut vermitteln kann. In Sophies Welt schien mir die Antike sehr gut beschrieben. Zum Beispiel Demokrits Atomtheorie mithilfe von Lego-Bausteinen zu vermitteln. Dies kann ja auch nur die beste Variante sein.


Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht genug zu tun. Ich habe zwar viel Freizeit aber ich verbringe sie nicht frisch und aufgeweckt, sondern müde und mit Schmerzen.

Apropos Freizeit, ich habe entdeckt, dass ich es mag, Musik im Dunkeln in meinem Zimmer zu hören. Die Sinne sind von der Realität abgeschottet. Ich rieche und taste höchstens. Sehen tue ich nur Umrisse, die soviel schöner sind als der eigentliche Gegenstand und ich höre wunderbare Musik.

Ich werde mein Bestes versuchen, um nicht immer in dieser Dunkelheit zu sein. Denn so schön die Dunkelheit auch sein kann, zu viel davon führt auch nicht zur Aufklärung, um zu entdecken, was sich hinter dieser Dunkelkeit verbirgt.