27. Januar 2016

Geflüchtet

Dieser Blog war die letzten Jahre eher apolitisch. Jetzt ändert sich das.

Ich habe gerade gelesen, dass ein Flüchtling gestorben ist. Nicht auf dem Fluchtweg, sondern hier in Deutschland. Nicht, weil ihn dumme Idioten todgeprügelt haben, sondern weil er erfroren ist, weil er vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales gewartet hat.

(Anmerkung: Laut dem Handelsblatt ist der Fall von einem der Mitarbeiter erfunden worden. Dies ändert jedoch nichts an meinem Standpunkt.)

Es regt mich auf, einerseits, ich tue auch nichts für oder gegen die Situation wie sie jetzt ist. Andererseits, was kann ich tun? Ich teile nur meine Meinung und ich glaube, auch wenn man wahrscheinlich dankbar ist für die Offenheit, Akzeptanz und eigentlich Menschlichkeit, bringt es wohl keinem was, wenn ich sage: "Alle Flüchtlinge rein!"

Und das ist auch meine Meinung. Menschen, die in ihrem Land nicht leben können, nicht leben wollen, sondern nicht leben können, sollten Schutz bei uns suchen können.

Nach dem Vorfall in Köln, spaltet sich die Meinung in Deutschland sehr. Ich finde, jemand der in ein Land kommt und dort Menschen verletzt, hat dann doch irgendwie sein Recht verwirkt.
Andererseits muss man beachten, dass nicht alle so sind. Und davor fürchte ich mich. Vor Menschen, die alle in einen Topf stecken. "Die sind doch alle gleich!", wird von manchen gesagt. Und ich denke mir, was soll der Schwachsinn. In Deutschland sind wir doch auch nicht alle gleich und reagieren nicht immer gleich.

Aber da hat man einen Menschen, der sich nicht informiert und nur zu hören bekommt, dass SEIN Komfort begrenzt wird.
Ich habe einen Artikel gelesen, in welchem stand, dass die deutschen Bürger arm sind. Es wurde jedoch nicht definiert, was arm bedeutet. In einem Land wie unserem, wo es so viele Arbeitsplätze gibt und man sich letztendlich einfach nur gut organisieren muss und Massenkonsum nicht als Normalität ansehen darf, ist es nicht so leicht arm zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es immer, was auch immer sie für welche sein sollten. Aber zum Schluss, ist man selbst für sein Leben verantwortlich.

Wenn das Leben den Bach runtergeht, bist du erstmal selber daran Schuld.

Wenn jedoch das Land den Bach runtergeht und du nichts dafür kannst, warum sollte man nicht, die Flucht ergreifen?

Es mag sich vielleicht wie eine Doppelmoral anhören, aber es ist keine. Zumindest denke ich, dass es keine ist.

Wer Janne Tellers "Krieg" gelesen hat, weiß was ich meine. Denn schließlich kann es immer passieren, dass in Deutschland ein Krieg ausbrechen könnte. Wir wiegen uns zu sehr in Sicherheit, aber es kann immer passieren. Allein das Spiel "Risiko" zeigt, wie angreifbar Deutschland ist.

Wenn hier Krieg ausbrechen würde, würdest du hierbleiben, bis deine Familie und du selber stirbst?

Das liegt doch nicht in der menschlichen Natur, dem Überlebensinstinkt. Warum sollte man für etwas kämpfen, was gegen einen ist, und hinter dem man einfach nicht steht? Das macht doch keiner.

20. Januar 2016

"Weil ich ein Junge bin"

Gestern hatte ich viele Freistunden und saß im Aufenthaltsraum meiner Schule bis auf einmal ein Junge, jünger als ich, auf mich zukam und gefragt hatte, warum ich mir denn die Haare abgeschnitten hatte.

Ja, warum eigentlich? Zugegeben, ich wollte die Last des alten Jahres einfach wegschneiden und einen Neuanfang oder einen neuen Abschnitt beginnen aber was weiß der denn schon.

Ich antwortete: "weil es besser zu mir passt." Und das stimmt auch, wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich mich, obwohl ich manchmal meine langen Haare wie ein Geist spüre, was irgendwie gruselig ist. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden und es hat auch gar nichts mit meinem Genderausdruck zu tun...na gut, vielleicht doch, aber ein Junge bin ich nicht.

Und schließlich, wer hat denn beschlossen, dass Jungs nur kurze und Mädchen nur lange Haare haben dürften.
Die Welt wäre doch unglaublich langweilig, wenn alle gleich aussähen.

Zurück zu der Situation: eine Freundin fragte ihn dann provozierend, warum er sich denn nicht die Haare langwachsen lassen würde und was sagte er?

"Weil ich ein Junge bin."

Und zugegeben, dass ist meines Erachtens die dümmste Entschuldigung, die ich je gehört habe und zudem Sexismus gegen sich selbst.


Schade, dass man das von einem jungen Menschen zu hören kriegt.

6. Januar 2016

Dunkelheit und das frohe neue Jahr

Das neue Jahr ist angebrochen.
Was für ein Wunder.
Wie dem auch sei, dieses Jahr wird meinem Leben sehr viel Bedeutung hinzufügen. Ich werde reisen, ich werde mein vorletztes Jahr beenden und mein letztes Schuljahr beginnen. Bis jetzt komm ich ganz gut mit meinen Plänen zurecht.

Ich habe angefangen, ein Buch über Philosophie zu lesen und muss zugeben, dass ich mit der antiken Philosophie entweder nichts anfangen kann oder der Autor mir sie nicht so gut vermitteln kann. In Sophies Welt schien mir die Antike sehr gut beschrieben. Zum Beispiel Demokrits Atomtheorie mithilfe von Lego-Bausteinen zu vermitteln. Dies kann ja auch nur die beste Variante sein.


Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht genug zu tun. Ich habe zwar viel Freizeit aber ich verbringe sie nicht frisch und aufgeweckt, sondern müde und mit Schmerzen.

Apropos Freizeit, ich habe entdeckt, dass ich es mag, Musik im Dunkeln in meinem Zimmer zu hören. Die Sinne sind von der Realität abgeschottet. Ich rieche und taste höchstens. Sehen tue ich nur Umrisse, die soviel schöner sind als der eigentliche Gegenstand und ich höre wunderbare Musik.

Ich werde mein Bestes versuchen, um nicht immer in dieser Dunkelheit zu sein. Denn so schön die Dunkelheit auch sein kann, zu viel davon führt auch nicht zur Aufklärung, um zu entdecken, was sich hinter dieser Dunkelkeit verbirgt.

26. Dezember 2015

Ewigkeit

Ich bin gerade mehr oder weniger beim Lesen eines Artikels über Stephen Hawking und seine Theorien auf eine Idee gekommen.
Zwar ist es keine Idee aber ein Ergebnis oder auch ein Schluss. Nämlich, dass es uns immer gibt.
Ich bin nicht ich, ich bin die Menschheit.
Genauso wie meine Nachfahren nicht sie selbst sondern ich und ihre Vorfahren sein werden.
Auch wenn es einen Menschen noch nicht gibt, wie man ihn kennt, existiert er schon. Die nötige Reaktion, auch Befruchtung genannt, um diesen Menschen zu kreieren, beziehungsweise ihm einen Charakter zu geben, macht ihn zum lebenden Menschen.
Es wird gesagt, dass ein toter Mensch in seinen Nachfahren weiterlebt. Aber die Nachfahren leben bereits in uns.
Je nachdem ob man an das Schicksal glaubt, oder nicht, unterstützt man das, was ich eben schloß, oder eben nicht.
Mir gefällt der Gedanke, dass theoretisch hunderte Menschen schon in uns sind, sie müssen nur reagieren. Es ist eine Weise der Betrachtung.
Um das Leben zu beschreiben, nehme ich gerne einen Kuchen zum Vergleich. Bevor man bäckt, muss man die nötigen Zutaten bereitstellen. Diese müssen "reagieren" und werden dann zum Kuchen. Aber sind die Zutaten nicht schon so ein hypothetischer Kuchen? Sie können zwar auch ein Laib Brot sein, aber nach der Reaktion sind sie nunmal ein Kuchen.
Und doch waren sie schon vorher einer, nur eben ein hypothetischer.

Es ist wie das Haus der Vierecke nur eben nicht ganz. Das Haus der Menschen? Ach, was weiß ich schon.

21. November 2015

Was tu ich mir nur an

Der Stress erdrückt mich, ich gehe rein in die Schule und raus, alles zieht an mir vorbei.

Derselbe öde Alltag. Obwohl ich es manchmal auch schaffe, mich zu beschäftigen. Und zwar mit Dingen, die außerhalb des Internets geschehen. Oder zumindest außerhalb des irrlosen Scrollens, das zu keinem Ende führt.

Ich bin wieder dabei oder immernoch, meinen materiellen Besitz zu minimieren. Es läuft ganz gut und ich habe einen guten Überblick.


Aber: Ich kann es nicht abwarten, alleine zu leben. Einfach nur, um alles alleine gestalten zu können.

Wie dem auch sei, ich habe mich diese Nacht (Ja, es ist eine dieser schlaflosen Nächte) mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, was ja stark mit dem Minimalismus zusammenhängt. Aber Vorsicht: es ist letztendlich doch nicht dasselbe!

Ich rege mich in letzter Zeit oft über Müll auf. Nicht unbedingt wegen der Nachhaltigkeit, sondern eher wegen der Bequemlichkeit und der Ästhetik. Ich kann es nicht leiden, Müll rauszutragen.
Nicht unbedingt die beste Grundvoraussetzung, aber der Wille, den Müll kleinzuhalten ist immerhin da.

Ich habe mir vorgenommen:
  • Kosmetik selberzumachen (sprich Haushaltsmittel, Öl, Öl, Öl und Vitamin E)
  • Plastikfreier zu leben
  • Vegetarischer zu leben
  • Bücher und Filme eher als Luxus zu betrachten

Zu den ersten drei Punkten möchte ich sagen: ich will aber keine Ökotussi sein. Ich machs einfach, weil es a) größtenteils Geld spart, vorausgesetzt man kauft klug ein und b) weil ich gerne auch was selber kreieren möchte und weil mich kosmetiktechnisch die Verpackungen weniger ansprechen (Sorry Mr. Warhol)

Zum letzten Punkt: Ich glaube, dass dieser eher verwirrt.

Eigentlich habe ich schon viel darüber geschrieben, aber mehr ist auch manchmal einfach mehr.

Ich besitze gewisse Bücher und Filme, die mir am Herzen liegen. Ich habe geplant, diese auf einem Regal zu positionieren, auf welchem sich zurzeit Bücher befinden, die nach dem Lesen verschenkt oder verkauft werden. Zudem kommen noch drei-vier Zeitschriften, die ich erstmals besitzen will, einen Bluetooth-Lautsprecher und meine analoge Spiegelreflexkamera.

Man könnte meinen, das sei meine Nachhaltigkeitssünde, aber naja ... was solls. Schließlich besitze ich auch noch eine Ukulele und ein Laserschwert.


Ich schweife ab. Was ich sagen wollte, war, dass ich vorhabe, eher in die Bibliothek zu gehen, aber das erklärt sich auch irgendwie von sich selbst.

Zum Luxus äußere ich mich später noch.

19. Oktober 2015

Ich pass nicht rein

Ich weiß nicht wieso, aber schon immer habe ich das Verlangen, jedem zu gefallen.

Das macht einen fertig und ist eigentlich auch unmöglich.

Ich habe einige Interessen, aber manche erwähne ich nicht, wenn ich neue Leute kennenlerne. Ich traue mich selten, jemand Fremden zu widersprechen. Wenn ich etwas sage, dass meinem Gegenüber nicht gefällt, versuche ich die Person zu besänftigen. Klar, das macht ja jeder irgendwie, aber nicht in dem Sinne wie ich es meine.

Ich habe den unglaublichen Drang, geliebt zu werden. Von allen. Auch wenn ich das so nicht zugeben würde.

Es wird sich was ändern, ich muss rausfinden, was ich will. Gerade jetzt.

Ich habe mir ehrlich gesagt nie richtige Gedanken über meine Zukunft gemacht. Ich habe versucht, Menschen zu kopieren, beziehungsweise Eigenschaften, die ich gut fand.


Und nun steh ich da und frage mich: Wer bin ich eigentlich?

Der ständige Drang, Menschen einen bestimmten Eindruck zu machen. Aber jetzt denk ich mir: und was ist, wenn sie sich über mich lustig machen? Fang an zu lachen.

Ich muss mir selbst treu werden.

Wer bin ich?

Ich habe harmlose Neurosen
Ich brauche viel Aufmerksamkeit
Ich lache auf viele Arten
Ich bin schrecklich ungeduldig
Ich kann sehr still sein
Ich mag Ordnung, ich liebe sie sogar
Ich mag leere Flächen
Ich hasse es, zu viel zu haben
Ich mag Doctor Who und Gossip Girl
Ich mag Mathe und interessiere mich für Mode
Ich habe eine analoge Kamera
Ich mag keinen Alkohol
Ich finde Champagner trinken jedoch sehr elegant
Ich mag keine Betrunkenen, die mir Angst machen
Manchmal hab ich keinen Bock lustig zu sein
Ich versuche Witze zu reißen, wenn ich nervös bin
Ich hasse eine angespannte Stille
Ich liebe Menschen, mit denen ich leise, laut, ernst und verrückt sein kann
Ich bin schrecklich selbstbezogen
Ich kann nicht alleine weinen
Ich kann Raucher nicht ausstehen
Es sei denn, ihnen "steht" das rauchen, wie Audrey Hepburn oder meine Ziehoma
Ich glaube ich will singen. Professionell
Ich mag Schwarz und Weiß





Ich glaube, dass bin ich.


Und irgendwie pass ich nirgendwo richtig rein. Ich könnte mich nie mit nur einer Gruppe identifizieren. Ich bin nicht nur ein Nerd. Ich mag auch Kleider und Schminke. Genauso liebe ich es zu singen und intellektuelle Gespräche zu führen.

Weg mit der Marke, ich will alles sein, was ich sein kann.






24. August 2015

Vorbilder

Menschen, die das verkörpern, was wir sein wollen. Wir gucken tagtäglich in den Spiegel und denken, was man verbessern könnte.
Dabei orientieren wir uns an eben diesen Menschen, der Perfektion.

Meistens sind es Prominente oder fiktive Personen. Aber auch wenn uns diese Person nahesteht und wir sie kennen, wir werden nie wie sie sein.

Ich habe seit längerem versucht, wie ich zu sein. Doch wer bin ich tatsächlich? Was will ich und was finde ich eigentlich schön.

Kennst du diesen Moment, wenn du einen Film siehst und denkst, das will ich! Ich will so leben wie diese Person, diese Person sein.

Aber willst du das wirklich? Oder willst du einfach nur sein wie diese Person, weil sie glücklich ist. Weil es so wirkt, als ob sie genau weiß wer sie ist, weil sie selbstbewusst ist?

Jeder Mensch hat Selbstzweifel.

Wir sehen uns öfter als jeder andere Mensch, haben also mehr Zeit unsere Fehler schneller zu entdecken. Wir sehen nur das, was man uns präsentiert.

Wenn ein Fremder einen hübsch findet, weiß er nicht, dass man am morgen vor dem Spiegel stand und nicht wusste, was man anziehen sollte. Er sieht das Endpaket.

Zurück zu den Vorbildern.

Jede Person hat ihre Eigenarten, die sie eben einzigartig machen. Ich verehre Audrey Hepburn und habe viele Bücher über sie gelesen. In einem steht, welche Musikrichtung sie mag oder welche Filme sie gerne geschaut hat. Oder was ihr Lieblingsessen war.

Um ehrlich zu sein, habe ich versucht sie zu kopieren. Versuchte immer ruhig zu sein und mich nicht in den Mittelpunkt zu stellen. Dachte, das dies mich glücklich machen wird. Denn schließlich war sie ja glücklich. Zumindest wirkte es so.

Schlussendlich habe ich gemerkt, dass ich nicht in diese Form passe. Das bin ich nicht. Ich brauchte mein Drama hin und wieder. (Nein, ich bin keine Dramaqueen - ich bin Schauspielerin ... im Herzen)
Ich fühlte mich schlecht, weil ich dachte, sie wäre entäuscht von mir. Aber bitte: sie kannte mich doch nicht mal.

Also entschloss ich mich dazu, die Dinge, die für mich funktionierten, beizubehalten, aber sie mit mir zu kombinieren.

Und so lief es mit allen Vorbildern, die ich in den letzten Jahren hatte. Ich nahm das Beste für mich auf, was nicht immer viel sein musste und ging weiter.

Denn wenn wir ehrlich sind, wenn du Fleisch liebst, aber dein Vorbild Veganger ist, warum sollst du dich zu etwas zwingen?

Schließlich geht es um die Dinge, die sie zuerst zum Vorbild gemacht haben. Sei es der Stil, ein bestimmtes Talent oder eine einzigartige Charaktereigenschaft, das Potenzial steckte schon in uns und wurde nur durch das Entdecken des Bestimmten herausgeholt.


Ich mein, wer will schon die Kopie von jemanden sein?



Zusatz: Ich habe wieder mit der analogen Schwarzweiß-Fotografie angefangen...langsam