28. Januar 2015

Was wir haben

Ich habe lange darüber nachgedacht.
Was für einen Wert hat Geld?
Eigentlich hat Geld keinen Wert und doch entscheidet es über Leben.
Dabei ist es nicht einmal dazu fähig zu atmen, zu sprechen, zu leben.

Was bleibt uns übrig, wenn wir irgendwann nichts mehr haben?
Ist es besser alles oder nichts zu haben? Oder ist etwas schon genug?

Wir werden einmal in unserem Leben an einen Punkt kommen,
an welchem wir uns fragen, was wir haben.

Was haben wir? Eigentlich haben wir alles und nichts. Nur uns manchmal nicht.

Was bringen uns so viele Sachen, wenn sie uns in ein paar Jahren nicht mehr glücklich machen?

Wir haben, was uns übrigbleibt. Wir haben uns.

J'ai réfléchi dont beaucoup.
Quelle valeur a l'argent?
À proprement parler, l'argent n'est rien valoir pas du tout, donc il décide sur la vie.
Mais il ne peut pas respirer, pas parler, pas vivre.

Qu'est-ce qu'on a, si on n'a rien un jour?
Est-ce que c'est mieux avoir rien ou avoir tout? Ou est-ce que nous avons besoin justement quelque chose?

Nous allons vivre un moment sur notre vie, à quelle nous nous demanderons ce qu'on a.

Qu'est-ce que nous avons? Quand on réfléchir vraiment, on a tout et rien. Mais de temps à temps il nous manque une petite chose: nous.

Pourquoi nous achetons beaucoup de choses s'il n'y a pas beaucoup de bonheur quelques années plus tard?

Nous avons ce que reste. Nous avons nous.

I thought about it for a long time.
What value does money have?
Frankly, money has no value at all though it still decides about lives.
But it can't breathe, nor talk, nor live.

What do we have, if we shall have nothing someday?
Is it better to have everything or nothing at all? Or is it just good to have something even if it's small.

However, we are going to reach a moment in our life where we will ask ourselves: What do we exactly have?

If you think about it properly, you'll say we've got everything and nothing. But sometimes one tiny thing is missing: us.

Why are we so keen on buying things which won't make us happy in a few years?

We will have what will remain. We will have us.








Je suis très désolée s'il y aurait des fautes
I am very sorry if there should be any mistakes.

30. November 2014

Ich glaube, man nennt es Party

Ich bin normalerweise kein Mensch, der gerne auf Partys geht.

Also doch, eigentlich mag ich Partys, wenn ich alle kenne oder zumindestens den Großteil.

Nun habe ich mich schließlich dazu bewegen können auf eine dieser Schülerpartys zu gehen. Nachdem man wunderbar begrüßt wurde mit einem Lächeln und großer Freude und einen viel zu niedrigen Preis bezahlte, durfte man in den Club reingehen.

Wohin man nur guckte, sah man absolut damenhafte Mädchen und auch absolut nüchtern. Den eigenen Mantel durfte man schließlich auch für nur einen Euro oder zwei abgeben.


....Gut, ich wollte es auf die sarkastische Art machen, aber ich muss es wohl anders beschreiben.

Um ehrlich zu sagen, fühlte ich mich wie im Zoo. Viele Mädchen standen in einer Reihe mit der Hand an der Wand oder am Spiegel und "tanzten".

Und dann gab es auch noch die Tanzfläche, wo man auch tanzen konnte.
Ständig wurde man von Gockeln, pardon Jungs herumgeschubst, die den Hühner, pardon Mädchen den Hof gemacht haben.

Das auch noch auf sehr charmante Weise...ohne ihr Gesicht anzusehen.

Vielleicht bin ich ja altmodisch, aber ich mag es meinem Tanzpartner in die Augen zu sehen..oder wenigstens in sein oder ihr Gesicht.

Ich finde es schön, dass wir in einer Zeit leben, in der Mädchen tragen können, was sie wollen.

Aber andererseits stimmt dies auch nicht.
Es sind nicht die Jungs, die uns zu Objekten degradieren. Es sind wir selbst.
Die Frauen in Filmen, in den Zeitschriften und selbst die Aussage "Was hat die denn da an?", wenn ein Mädchen mal in Lumpen rumläuft, namens Jeans.

Jedes Mädchen kann so viele bauchreife Oberteile tragen wie sie will. Ich verurteile sie..fast nicht. Aber dann darf ich auch meine verrückten Sachen anziehen.

Ich bin verwirrt.



11. November 2014

Tango Lesson

Zum ersten Mal habe ich einen Film gesehen.


Nun, selbstverständlich habe ich auch früher Filme gesehen, aber jetzt sehe ich, dass das aufgenommenes Schauspiel war.
Hier war die Geschichte gleichzeitig nebensächlich und auch der Grund für den Film. Das Wichtigste sind die Aufnahmen. Denn in ihnen liegen alle Gefühle.
Ein Bild sagt mehr als 1000 Wörter es jemals können.

Das ist vermutlich die richtige Beschreibung. In den Aufnahmen liegt alles. Die Eifersucht, die unerwiderte Liebe, die Träume, das Leid und die Leidenschaft, die Liebe, die Freundschaft.
Und vor allem: Der Tango, von welchem alle Gefühle ausgehen.

                                                                              

Das Spiel mit dem Schatten und dem Licht und der Musik. Die Musik unterstützt nochmal die Situation.
Klingt sie wütend und hart, ist zwischen den Tänzern etwas, was man vielleicht Wut, vielleicht sogar einen Kampf nennen könnte.

Diese Szene hat mich besonders beeindruckt:




Ich persönlich liebe den Tango. Ich würde ihn auch sehr gerne tanzen können. Aber ich begnüge mich vorerst damit, zuzugucken. Besonders in dieser Szene liebe ich das Spiel mit dem Schatten. Ich war sprachlos. Ich fand es wunderschön. 

Außerdem wird auch schon von Sally Potters späteren Film Rage erzählt. Es werden Möglichkeiten gezeigt. Zwar sieht der Film 2009 etwas anders aus, aber ich fand es dennoch sehr lustig. 
In Sabrina hat Billy Wilder ja auch ganz kurz auf seinen Neuen Film Das Verflixte Siebte Jahr aufmerksam gemacht.

21. September 2014

Die Schublade

Warum haben Menschen das Bedürfnis, andere Menschen in Schubladen zu stecken? Einen Titel zu geben?
Wieso geschieht das so früh? Wieso haben wir eigentlich Vorurteile?

Ein Vorurteil ist wie ein Urinstinkt. Er ist da und lässt sich oft nicht vermeiden. Es ist wie eine Stimme, die von innen kommt und einer anderen Person ein Urteil abgibt.

Selbst wenn wir nie mit der anderen Person geredet haben.

Wenn ich einer Person begegne, habe ich ein Bauchgefühl. Mein Bauch sagt mir, ob ich diese Person sympathisch finde oder ob ich nichts mit ihr zu tun haben möchte.

Anstatt Taten sprechen zu lassen, lasse ich es dennoch erstmal darauf ankommen. Zu 70 Prozent mag meine innere Stimme zwar Recht haben, aber trotzdem bildet sie sich ihr Urteil aufgrund von Gesichtsausdrücken.

Ab und an entpuppt sich der Mensch als sehr nett. Es war eben dieser eine Gesichtsausdruck oder der bestimmte Ton in der Stimme den mein Unterbewusstsein aufgenommen und bewertet hat.

Wie ein Reiz der im Zentralen Nervensystem ausgewertet wird, woraufhin die Reaktion der Muskeln bestimmt wird.

Ich denke, dass so ziemlich jeder so ein Gefühl kennt. Manche agieren, wie ich es tue. Sie hören erstmal nicht auf die Stimme, sondern machen sich einen Gesamteindruck.


Andere jedoch lassen sich von diesem Vorurteil leiten. Schlimmer noch: Sie übertragen es auf eine ganze Menschengruppe!

Wir Menschen sind ja alle gleich, was den Körper betrifft. Der ist sowieso einmal egal. Denn irgendwann kommt der Moment, in welchem nicht das Äußere zählt, sondern die Seele und ihr Können.

Wir können ein Individuum nicht in eine Gruppe reinpressen. Wir Menschen sind alle wie ein Türschloss. Von außen sehen wir gleich aus, aber innen haben wir alle unterschiedliche Formen.

Klar fällt mir auf, wenn jemand anders aussieht als ich. Sei es die Haut-, Augen- oder Haarfarbe. Aber wieso sollte man einen Menschen wegen seines Äußeren diskriminieren?
Dafür kann man ja meistens nichts. Man sieht eben so aus, wie man aussieht.


Aber man kann etwas für seinen Charakter. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir dirigieren können, wie wir werden, wenn wir sehr entschlossen dabei sind. Jeder Mensch kann sich ändern.

Und ich? Ich bin süchtig nach Änderungen.

9. September 2014

Die Ideale

Manch einer hat sie, manch anderer wiederum nicht. Ideale sind etwas, woran wir selbst wohl nie rankommen werden. Es ist immer ein anderer Mensch, der uns zu Idealen führt, weil er diesen entspricht.

Würde man auch für seine Ideale sterben?
Viele würden diese Frage beneinen. Verständlich. Wir haben ein Recht darauf zu Leben. Einige missbrauchen oder missachten oder beleidigen dieses Recht, aber schließlich haben wir eigentlich auch das Recht zu Sterben.

Für die Mehrheit hat der Gedanke an den Tod wohl etwas sehr Angsteinflößendes.
Ich habe keine Angst vor dem Tod, ich bin sogar sehr neugierig. Ich will nur nicht jetzt sterben. Ich will etwas bewirkt haben bevor ich gehe. Etwas geändert.
Wenn man mir sagen würde, dass ich morgen sterben würde, ich würde versuchen etwas zu ändern.

Nun, habe ich heute Monuments Men gesehen. Eine Geschichte, eine wahre außerdem, in welcher Männer mit künstlerischem Sinn Kunstwerke gerettet haben, welche von den Nazis eigentlich zerstört werden sollten.

Wer jetzt sagt, dass es doch nur Kunstwerke waren, darf diesen Blog herzlich gern verlassen.

Denn was bringt uns die Menschheit, wenn wir keinen Abdruck hinterlassen? Wie sollen die vielen Generationen uns verstehen, wenn nicht durch unsere Kultur?

Die Kultur ist die Seele eines Volkes. Und die Seele ist unsterblich, wenn wir gut auf sie achten.

Der Präsident der Staaten fragte am Ende des Films: Hat es sich wirklich gelohnt für ein Kunstwerk zu sterben?
Die Antwort des Präsentierenden lautete Ja.

Es muss beängstigend sein, zu glauben, nach dem Tod wäre nichts. An diesen Gedanken will ich mich nicht festhalten.

Aber wenn man die Welt verlassen hat und man weiß, dass man einst für seine Ideale gekämpft hat oder sogar für sie gestorben ist, hat man ein Lebensziel erreicht.

Mancher hat das Ideal von einer Familie. Der andere Mensch von der Kunst, ein weiterer von der Leidenschaft.

Habe ich Ideale?
Eigentlich nicht. Ich habe eher....einen Traum.

Jeder, der etwas über Martin-Luther King weiß, könnte sich in etwa vorstellen, wie ich jetzt weiterschreiben würde.

Ideale sind zu differenzieren.

Menschliche oder emotionale Ideale und materielle, politische oder auch künstlerische Ideale.

Emotionale Ideale sind diese, die von innen kommen müssen. Sie müssen sich entwickeln. Denn diese hat man von einem anderen Menschen, welcher jenen manchmal unabsichtlich entspricht. Dieser Mensch ist unser Idol. Wenn unser Idol uns enttäuscht, wenn es zum Beispiel den idealen Eigenschaften entsagt, müssen wir uns ein neues Ideal suchen oder uns einfach mal akzeptieren, wie wir sind.

Das ist wahrscheinlich der Grund, wieso wir uns ein Idol suchen oder einen  Menschen idealisieren: Wir wollen uns nicht akzeptieren. Der Mensch visualisiert unsere Vorstellungen von einer Perfektion. Diese Perfektion werden wir nie erreichen auch unser Idol nicht.

Nun zu der anderen Sorte von Idealen.
Wieder geht es um Perfektion. Aber es geht nicht richtig um uns, sondern eher um die Gesellschaft. Unsere Vorstellung von einer perfekten Gemeinschaft.
Manch einer liest ein Buch und wünscht sich, in dieser Welt leben zu können.

Da fällt mir eine Szene aus Woody Allens Bullets over Broadway ein:
Eine Gruppe von Freunden und Bekannten sitzen abends in einem Café oder einem Restaurant.(Eine typische Woody-Allen-Szene)
Einer fängt an von einem Szenario zu sprechen. Nämlich von einem Brand in einem Haus. Dabei sagt er: Wenn ich die Wahl hätte, einen Menschen zu retten oder einen Shakespeare-Band, ich würde Shakespeare retten.

Natürlich ist es nur ein Witz und dennoch ist es wichtig, unsere Kultur zu erhalten. Selten wird von der Realität geschrieben. Es ist Fiktion und unterbewusst auch ein Wunsch oder eine Vorstellung.

Wie sollen uns die Menschen in 200 Jahren verstehen, wenn sie unsere Kultur nicht kennen?

31. August 2014

Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.
Victor Hugo


Wer bin ich? Wo gehöre ich hin?
Seit Jahren weiß ich, dass ich eine Nomadin bin.
Ich habe kein richtiges Heim, habe nie eins gehabt.
Bin ich nun angekommen, ich weiß nicht, was meine Stimme sagt.
Ich will nach Hause und weiß nicht, wo das liegt.
Es ist der Kummer und der Schmerz, den es trägt.
Mein Herz voller Trauer, ich will nicht mehr leiden.
Was ich will? Ich will mich treiben lassen.
Und eigentlich will ich nichts.
Ich will Ruhe und Lärm zur selben Zeit.
Ich will Licht und Dunkelkeit.
Mein Ich trübt mir die Sicht.
Ich fühle mich wund, ich fühle mich nicht leicht.
Muss ich es akzeptieren?
Wieso kann es keine Türe geben?
Keine Türe, die mich führt, hinaus führt aus dieser Welt?
Ich will schweigen und schreien. 
Ich will allein sein.
Und doch, will ich etwas ganz anderes.
Was will mein Herz? Es ist stumm.
Ich weiß nicht, was zu tun;
Vielleicht sollte ich es lassen.
Es lassen, Probleme zu suchen

25. August 2014

Die alte Kupplerin

Entnervt und verwirrt war wohl die ganze Meute am Bahnhof, als die nette Dame aus der Büchse verkündete, dass der Zug um 08:05 nach Szczecin heute leider entfallen würde.
Ich war um 06:00 Uhr wach und seit 06:30 Uhr auf den Beinen. Wohl oder übel mussten wir nach Angermünde fahren ohne die Gewissheit, ob wir tatsächlich noch nach Polen kommen würden.
Der Zug, der eigentlich nach Stralsund fährt, ist nun voller polnischer Fahrgäste und auch mit den Deutschen gefüllt, die mutig genug waren, einzusteigen.
Um 09:00 sind wir in Angermünde und es ist niemand zur Stelle, der uns freundlicherweise über unser Schicksal in Kenntnis setzen könnte.

Ungefähr 40 Minuten später erscheint ein Schienenersatzverkehr am Busbahnhof. Ein großer Teil der Fahrgäste stürzt auf den Bus zu.

Zehn Minuten später fährt der Bus ab. Die Leute sitzen aufeinander, auf den Treppen, auf dem Busfahrer, mit dem Gesicht an's Fenster gedrückt.

Es ist ein grauenhaftes Bild und doch ist es real. Da ich nicht so sehr darauf brenne, so früh wie möglich in Szczecin anzukommen und nicht allzu lebensmüde bin, warte ich auf den nächsten Zug.
Zwar ist dieser ebenso voll, dennoch hat es sich gelohnt, einzusteigen. Denn wir begegneten einem freundlichen Paar, mit welchem wir die ganze Fahrt über plauderten.

Liebe Deutsche Bahn,
durch Dich lernen sich Menschen kennen. Dies passiert leider immer seltener und darum dank ich Dir.
Obwohl ich manchmal die Titanic bevorzugen würde und Du an Deiner Organisation arbeiten könntest, mag ich es mit Dir zu fahren.