6. Februar 2021

Komisches Gesicht

Empathie
Solidarität

Zwei Begriffe, die ich neuerdings sehr häufig höre. Solidarität mit Leuten, die nicht hier sind, sondern dort. Mitgefühl mit denen, die weniger haben als Du.
Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er funktioniert nicht nach Geld, sondern nach Bedürfnissen. Das Bedürfnis nach Geld ist erlernt.
Und der Mensch sehnt sich nach anderen Menschen. Du kannst das größte Geld der Welt ansammeln und doch wirst du dich in einem Raum voller Menschen einsam fühlen. Denn sie sehen dich nicht.
Auch wenn wir neuerdings stark nach Empathie und Solidarität streben - so mag es auch sein, dass dieser Eindruck das Ergebnis meiner sozialen Luftblase ist - so sehr wird sich auch über Mitgefühl lustig gemacht.
Ein Film von 1957 thematisiert das gesellschaftliche Herangehen an Mitgefühl. Auf der einen Seite wird Mitgefühl mit Weiblichkeit und somit Sanftheit assoziiert, was in diesem Film - "Funny Face" - durch Audrey Hepburns Darstellung einer Buchhändlerin porträtiert wird. Sie wirft dem Fotografen, der von Fred Astaire gespielt wird, und den restlichen Modemenschen vor, dass sie kein intellektuelles Vermögen hätten. Ebenso wenig könnten sie das Konzept von Empathie verstehen. Die Reaktion des Fotografen: er macht sich über sie lustig und küsst sie zwischendurch - aus Empathie natürlich.
Doch will ich hier nicht ins Detail gehen. Mir geht es lediglich um den Fakt, dass der Empathiegedanke so stark mit Naivität verbunden wird. In jenem Film wird dies nicht nur durch Astaire deutlich.


2. Februar 2017

Schönheit

Es wird geschrubbt und gestriegelt.
Gesehnt nach Perfektion.
Ein Blick in den Spiegel löst Zweifel aus.
Man greift nach Cremes, nach Seifen, nach Camouflage
Um jenes Ich, welches man verkörpert, zu verstecken.
Anzupassen an Ideale.
Woher sie kommen, kann niemand sagen und doch
beherrschen sie die Gedanken, die durch den Kopf gehen
während der unglücklichen Betrachtung im Spiegel.

Da zu dick, da zu dünn.
Dort zu rund und dort zu klein.
Die Nase sollte flacher sein, die Haare
lockiger, länger, glätter, glänzender, kürzer.
Ein Griff an den Arm bringt das Faß fast zum überlaufen:
Trotz täglichen Stemmen, Boxen, Laufen
sieht er doch nicht aus, wie man es sich wünscht.

Doch ich sage: gebt mir eure krummen Nasen!
Die X- und O-Beine, die runden Stellen und die dünnen.
Zeigt mir die buschigen Augenbrauen, die ihr unter Schmerzen formt.
Denke stets, die flachste Brust kann genauso entzücken, wie es die Figur einem
Taxi in einem langen schwarzen Abendkleid am hellichten Morgen entsteigend,
vorgezeigt hat.
Imperfektion ist Gold, ist Ich, ist Du.

Ich täte alles,
um das Glitzern in den Augen,
die Lachfalten im Gesicht
und das entspannte Lächeln eines Menschen zu erblicken.
Ich muss keinen Lidstrich sehen
der länger ist als Dein Kleid, um beeindruckt zu sein.
Zeit ist kostbar, doch nicht Geld.
Zeit ist Leben und damit mehr wert als
Schuhe, die nicht passen,
Kleider, die zwicken,
Hosen, die rutschen.


20. November 2016

Sind wir frei?

Wir erachten Dinge als normal, weil sie als normal gelten.
Etwas wirkt verworren, wenn wir es nicht kennen.

Ich sah den Film Das Gespenst der Freiheit mit offenen Mund und der ständigen Frage "Was zur Hölle?".
Die Menschen taten Dinge, die für mich außerhalb jeglicher Vernunft waren. Für die Charaktere waren sie gesellschaftlich akzeptiert.

Und deswegen tun wir, was wir tun. Es wird erwartet, aber niemand wirklich weiß, warum es erwartet wird. Man schämt sich, gewisse Dinge zu tun, da sie ungewöhnlich scheinen oder unnormal.
Aber Normalität wird durch Häufigkeit erwirkt. Geschichtlich gesehen waren viele Dinge unnormal, die heute selbstverständlich sind. Wie Autos oder das Frauenwahlrecht.
Durch die Wiederholung werden sie normal.

Darum frage ich mich, ob wir wirklich frei sind in den Dingen die wir tun. Theoretisch wollen wir sie tun, aber warum wollen wir sie tun?

Es fällt uns so schwer, etwas Neues zu erschaffen als Individuum. Aber eigentlich gibt es weder normal noch unnormal. Natürlich ist dies leichter gesagt, als getan.
Aber unabhängig aller Moraltheorien, kann man alles tun, was man will. Die Gesellschaft kann einen nicht aufhalten. Es sind keine niedergeschriebenen Gesetze. Es ist eine Art von Glauben, der so sehr verinnerlicht wurde, dass man gar nicht mehr weiß, dass es künstlich ist.

Wenn man sich unwohl fühlt, muss man nicht dort bleiben, wo man ist. Man kann gehen und die Wand durchbrechen. Tatsächlich ist die Wand, der einem im Weg steht, elastischer als man glauben mag. Nur darf man ihr nicht aus dem Weg gehen.

Die Wand umschließt eine Komfortzone, die gar nicht komfortabel ist.

In letzter Zeit habe ich angefangen, auf der Straße zu singen und zu tanzen, was ich mich nie getraut habe im nüchternen Zustand.

Jetzt stelle ich mir die Frage: Was soll passieren? Ich verstoße gegen kein Gesetz. Ich verhalte mich nur auffällig. Und dies ist kein Verbrechen. 


11. November 2016

Identifikationslos

Ich bin nicht heterosexuell.

Und nein, das ist kein Coming out. Zumindest nicht im herkömmlichen Sinne, denn homosexuell bin ich auch nicht. Mit Bi, Pan, Asexualität kann ich nichts anfangen.

Ich bin keine Deutsche.

Ich bin nicht Polin, nicht Französin. Nicht Europäerin oder Kosmopolit.

Ich bin keine Frau, aber auch kein Mann. Gar nichts bin ich aber auch nicht. Und beides erst recht nicht.

Jedesmal wenn ich versuche, einen Begriff zu nehmen und ihn über mein Ich zu stellen, misslingt mir dies.
Anfangs hört er sich nett an, aber wenn ich versuche zu sagen, dass ich mich mit ihm identifiziere, hört alles auf.
Er verliert an Bedeutung.
Es mag sein, dass viele Menschen einen oder mehrere Begriffe brauchen, um sich selbst zu finden. Mir selbst helfen diese Begriffe nicht. Sie sind nur bedeutungsvoll durch ihren historischen Kontext. Das Wort homosexuell gibt es noch nicht einmal zweihundert Jahre, geschweige denn transgender.

In meinem Pass steht, dass ich Deutsche bin.
In meinem Pass steht, dass ich eine Frau bin.
Und allgemein bezieht man sich auf mich mit dem Pronomen Sie.

Ich komme damit klar, mir ist es egal. Wenn jetzt jemand sagen würde, ich wäre keine Deutsche...Ich weiß es nicht.

Diese Identifikationsbegriffe sind da und sie passen nicht ganz zu mir. Wenn jemand versucht, sie mir wegzunehmen, müsste ich mir neue Begriffe suchen. Und keiner dieser Begriffe passt wirklich zu mir.
Es ist ein Akt der Gleichgültigkeit.
Einerseits bin ich privilegiert, da ich nicht darum kämpfen muss, dass statt dem weiblich ein männlich oder sonstigem steht.
Als deutsche Staatsbürgerin habe ich viele Möglichkeiten. Und ich habe kein Land über meiner eigentlichen nationalen Identität.
Das ginge auch nicht, denn ich habe keine nationale Identität.

Und dies geht über in meiner Gedanken. Politisch kann ich mich nicht festlegen.

Dies ist das Komische an Identifikationsbegriffen. Sie sollen ganze Bereiche überdecken bzw. betiteln.
Meine Wurzeln sind polnisch, aber ist es der Baum? Nicht ganz, er ist mehr als das.

Sooft wurde ich gefragt: "Woher kommst du?"
Ich sage, das ist keine leichte Frage.
Denn in diesem Moment komme ich von zuhause. Aber eigentlich wurde ich woanders geboren und meine Eltern, Großeltern, Urgroßeltern, die auch.

Vielleicht sollten wir aufhören zu fragen, woher jemand kommt und anfangen zu fragen, wohin jemand gehen will.

Und um zurück zu meinen anfänglichen Gedanken zu kommen, selbst mit meinem Namen kann ich mich nicht identifizieren. Ich nehme ihn hin, aber jedesmal, wenn ich ihn höre, spüre ich etwas Befremdliches.

Vielleicht bin ich letztendlich doch ein Baum ohne Wurzeln, aber einer mit Ästen und Blättern.

3. Oktober 2016

Nächtlicher Versuch

Die Dunkelheit umarmt mich
Die Kälte beschützt mich
Der Regen entspannt mich

Ich nehme einen Schluck Tee
und starre in die Dunkelheit.
Ein Licht leuchtet,
noch eine Stunde und es erlischt.

Das Gewicht meiner Decke wird spürbar
Meine Gedanken lassen mich nicht
schlafen.
Die Kerze wird langsam, aber bald
ausgehen.

Ausgehen werde ich nicht.
Ich höre Schritte, eine Bewegung,
ein Jackett, dass an einem Hemd reibt.
Ein Husten
und Musik geht an.

9. September 2016

Das C ist wichtig

Heute hatte sich eine Abgeordnete der CDU in unserer Schule vorgestellt beziehungsweise auch das Parteiprogramm aufgrund der bald aufkommenden Wahlen.
Selbstverständlich wurde mal wieder nach der Gleichstellung von Homosexuellen gefragt und ebenfalls der gleichgeschlechtlichen Ehe.
Daraufhin kam die Antwort, dass die Ehe eine Institution zwischen Mann und Frau sein soll und es aus Traditionsgründen auch so sein soll.

Als ich dies hörte, stieg in mir Wut auf. Kurz darauf wurde nach ihrer Meinung gegenüber dem sozialen Geschlecht alias Gender gefragt, woraufhin eine transphobe Antwort von ihrer Seite zurückkam.

"Nur die Frau kann stillen und nur die Frau kann Kinder gebähren"

Kurz davor sagte sie, dass das C als das Christliche und somit die christlichen Werte wichtig seien, weswegen die Fragensteller solch eine Antwort zurückbekamen.
Ich dachte, meine Wut würde sich legen, aber hier ist sie mit viel weiteren Gedanken, die mir vor ein paar Stunden noch nicht eingefallen waren.

Zuallererst kann man nicht sagen, dass die Ehe eine traditionelle Institution ist. Selbstverständlich heiraten die Menschen aus Liebe, aber wie viele heiraten noch wegen Steuererleichterungen? Wie viele Menschen lassen sich heutzutage scheiden? Die Ehe ist eine wirtschaftliche Institution, wenn man bedenkt, wie viel Geld für einen Hochzeitempfang ausgegeben wird.
Wenn man das Thema Tradition anschneidet, sage ich "Alles oder nichts". Es war eine weibliche Politikerin die die Partei heute verteidigte. Würden wir nach Traditionen gehen, würde sie nicht einmal lesen können.
Denn traditionsgemäß ist die Frau das "schwächere Geschlecht" und ist "hormongesteuert", was heute noch in der Gender Pay Gap bemerkbar ist.

Abgesehen von Traditionen missfällt mir der Gedanke die Ehe als ein Privileg anzusehen. Es hat keinen Effekt auf heterosexuelle Menschen, wenn zwei homosexuelle Menschen heiraten. K E I N E N.
Umgekehrt auch nicht, allerdings hat die Differenzierung, welche sich die CDU wünscht einen direkten Einfluss auf die Wahrnehmung von Heterosexuellen auf Homosexuelle. Wenn es einen offiziellen Unterschied gibt, wird dieser noch zehnmal stärker in unserer heteronormativen Gesellschaft weitergetragen.
Panti sagt sehr richtig in ihrer Rede, dass es gleichgeschlechtlichen Paaren sehr schwer fällt alltägliche Dinge zu tun, wie sich zu umarmen oder die Hand zu geben.
Ständig lebt man in der Angst vor Homophobie, die unter dem Schutz der Meinungsfreiheit steht.

Dies führt mich zu meinem nächsten Gedanken: christliche Werte. Ich persönlich bin der Meinung, dass keine Religion eine institutionelle Kraft haben sollte, dementsprechend keinen Einfluss auf die Regierung und politische Entscheidungen. Da das Christentum nun als Ausrede verwendet wird, will ich auf christliche Werte eingehen. Was sind christliche Werte? Eine heterosexuelle Ehe? Wohl kaum, wenn es so wäre, wäre die Abstinenz nicht so hochgefragt.

Liebe, Glaube und Hoffnung

Nirgendwo etwas von Mann und Frau. Wenn ein Mensch einen anderen Menschen aus Liebe nicht heiraten darf, ist es Liebe?
Wenn ein Kind in der Schule gemobbt wird, weil es eine andere Geschlechtsidentität u./o. Sexualität hat, ist es Liebe?
Wenn ein Mensch wegen der negativen Resonanz auf sein Coming Out Suizid begeht, ist es Liebe?

Ich wünsche mir nicht, dass mein hypothetisches Kind gemobbt wird, weil ein anderes Kind schlecht erzogen und ungebildet ist.

Es war nämlich auch nicht im Interesse dieser Politikerin, sexuelle Vielfalt bzw. Geschlechtsidentitäten in der Grundschule zu lehren. "Es könnte die Kinder verwirren."
Als ich in der Grundschule war, erzählte ein Religionslehrer vom Geschlechtsverkehr mit seiner Frau. Wir waren acht. Als ich 10 war, streifte eine Biologielehrerin ein Kondom über eine Schulglocke um uns zu demonstrieren, wie man Kondome benutzt.

Hat es uns verwirrt? Etwas, aber geschadet nicht. Keiner von uns ist schwanger geworden.
Wenn man von Homosexualität in der Schule berichtet, werden die Kinder nicht gleich homosexuell. Ich werde ja auch nicht gleich zu einer e-Funktion, wenn ich davon in der Schule höre oder zum Schweineherz, dass ich in Biologie sezieren musste.

Ich denke, dass Kinder schlauer sind als Erwachsene und sehr gut verstehen, was man ihnen erklärt. Wenn man eine heterosexuelle Partnerschaft desexualisiert beschreiben kann, geht das auch mit einer homosexuellen.

Also bevor noch einmal das Christentum benutzt wird um Liebe zu verbieten, sollte man erst einmal darüber nachdenken, was das Christentum überhaupt bedeutet.

6. September 2016

Blockade

Es ist bestimmt nicht der erste Beitrag, der über eine Blockade spricht.

Seit Monaten habe ich nichts geschrieben. ich bin blockiert. Aber dann schreibe ich trotzdem. Stell dich deinen Ängsten. Stell dich deinen Blockaden. Haben die ja 1989 mit der Mauer auch gemacht.

Hier ist sie, meine emotionale Mauer.

Ich habe aber nicht nur nicht geschrieben, weil ich blockiert war, sondern weil mir auch nicht wirklich was einfällt. Außerdem war ich unterwegs und Schule ist auch noch da.

Trotzdem nehme ich meinen emotionalen, starken, weiblichen (haha), feministischen, offenen Hammer und schlage diese Mauer ein.

Ich bin selbstbewusster geworden, aber ein Telefonat führe ich immernoch mit Widerwillen. Außerdem werde ich ständig dieselbe Frage gefragt: "Was willst du eigentlich machen?"

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, was ich gerade mache und was ich gerade mache, gefällt mir einerseits und andererseits auch irgendwie nicht.
Ich plane Projekte, singe, tanze und schreibe (irgendwie). Aber die Schule hat wieder angefangen und somit kommt der Druck immer näher mit dem Abitur und sonstigen Druckmitteln.

Ich weiß noch, wie sehr ich mit neun Angst hatte, später bei McDonalds arbeiten zu müssen, weil meine Noten so "schlecht" waren. Jetzt denke ich: "Warum nicht, Geld ist Geld und lieber Arbeit als keine Arbeit"

Zukunftspläne

Eigentlich widerspricht sich das Wort. Die Zukunft ist noch nicht da. Eigentlich ist sie nie da. Sie wird da sein, aber wenn sie da ist, nennt man sie Gegenwart.

Wie kann man also etwas planen, was nie da sein wird.
Deswegen habe ich mir vorgenommen, eine andere Perspektive einzusetzen. Gib dein Bestes und wenn es dir nicht gefällt, ändere was.

Man kann entweder was ändern oder sich dem Strom hingeben. Ich bevorzuge Ersteres. Und selbst wenn es schwer ist oder seine Zeit braucht, es gehört dazu. Und irgendwie ergibt sich immer was Unerwartetes.

Falls es dies nicht in eurem Leben tut: Sorry, aber euer Leben ist nicht lebenswert.

Das mag zwar hart klingen, aber es ist nach Mitternacht, in fünf Stunden muss ich aufstehen und mir ist nicht nach Honig-um-den-Mund-Schmiererei.

Mir passieren die wunderbarsten Dinge, wenn ich es nicht erwarte.

Denn Erwarten enthält das Wort "warten" und ich warte auf nichts.

5. Mai 2016

Komisch

Jeden Tag wird es komischer. Die Wahrnehmung, dass jemand etwas nicht tun kann, wegen des Geschlechts.
Frauen dürfen mittlerweile so viel, weil sie es sich erkämpft haben. Aber zu männlich sein ist dann doch zu blöd. Frauen sollten auch nicht in Chefpositionen, weil sie von ihren Emotionen gelenkt werden, aber wenn sie vergewaltigt werden, ist es ihre Schuld?

Es ist so viel komisch. Warum sollte ein Mann kein Kleid tragen können, wenn er Lust drauf hat ohne gleich schwul oder sonstiges genannt zu werden, was ebenfalls keinen Sinn macht.

Ein homosexueller Mann ist homosexuell, wenn er sich sexuell von einem Mann hingezogen fühlt. Punkt. Und vor allem ist er homosexuell, wenn er sich selbst dieses Prädikat verleiht und nicht andere ihn so nennen.

Abgesehen davon, warum werden feminine Männer als schwach betrachtet? Warum wird Femininität generell als schwach betrachtet?

"Du kannst das nicht, das ist zu schwer für Dich"

"Für ein Mädchen kannst Du das ja ganz gut"

Warum sagt das, was ich in meiner Hose habe, was über meine Persönlichkeit aus?

Hormone haben ab und an ihre Auswirkung auf den menschlichen Körper. Aber er funktioniert so! Alles was wir tun ist eine chemische Reaktion in unserem Körper. Warum wird es als schlecht dargestellt, wenn man etwas aus einem Gefühl heraus tut?
Es macht Dich menschlich! Mal abgesehen von Gewalt.
Emotionen können inspirieren und uns kontrollieren. Manchmal müssen wird die Oberhand behalten, in Falle von agressiven Emotionen, die einem Anderen oder sich selbst schaden könnten. Dies heißt aber nicht, dass man sie runterschlucken sollte. Nein, man sollte sie wahrnehmen und anerkennen um sie dann verschwinden zu lassen.

Zurück zu meiner eigentlichen Aussage: Ich verstehe nicht, warum wir Kindern von Anfang an eine Rolle aufzwängen. Mädchen sollen dies tun, Jungen das.

Ich versteh's nicht. Warum gibt es geschlechtsspezifische Namen?
Es ist ein verdammtes Wort!
Warum gibt es geschlechtsspezifische Kleidung?
Es ist Kleidung, die dazu dient uns zu wärmen, unsere Persönlichkeit zu repräsentieren und uns zu unterstützen.

Warum kann nicht jeder das tun und das tragen was eine Person tun und tragen will?
Solange niemand verletzt wird, kann es doch kein Verbrechen sein.

Oder?

“We teach girls to shrink themselves,
to make themselves smaller.
We say to girls,
‘You can have ambition,
but not too much.
You should aim to be successful,
but not too successful.
Otherwise you will threaten the man.’
Because I am female,
I am expected to aspire to marriage.
I am expected to make my life choices
always keeping in mind that
marriage is the most important.
Now marriage can be a source of
joy and love and mutual support.
But why do we teach to aspire to marriage
and we don’t teach boys the same?
We raise girls to see each other as competitors —
not for jobs or for accomplishments,
which I think can be a good thing,
but for the attention of men.
We teach girls that they cannot be sexual beings
in the way that boys are.
Feminist: the person who believes in the social,
political and economic equality of the sexes.”

1. Februar 2016

Über Gender

Ich bin kein Experte, um das vorweg zu klären, aber ich bin ein Mensch und habe eine gewisse Empathie, weswegen ich jetzt endlich mal über die Themen Gender und Sexualität sprechen möchte.

Wer sagt, dass das Thema genug besprochen wurde: das stimmt nicht, sonst hätte die AfD nicht so viele Anhänger.

Wie dem auch sei, meine Frage geht an die Gesellschaft: warum geht man immer davon aus, dass eine Person heterosexuell ist? Warum muss man erst wie ein "Andersorientierter" aussehen, um auch dafür gehalten zu werden? Und vor allem, wie sieht man bitte schön aus, wenn man nicht hetero ist?
Warum ist es so komisch, wenn jemand nicht hetero ist. Ich kann es nicht nachvollziehen. Jeder mag irgendwie verschiedene Dinge. Das kann genauso gut auf Menschen zutreffen. Deswegen kann ich nicht verstehen, warum man überhaupt unterscheiden muss. Liebe ist Liebe und wenn ein Mensch einen anderen Menschen liebt und ihn/sie/es/... heiraten möchte, dann soll dieser Mensch es doch auch tun.
Und wenn ein Mensch keinen Sex mit einer anderen Person haben möchte, dann ist das keine Phase, dass nennt sich Asexualität. Aber: eine Person muss sich schon selbst benennen. Labels sind nicht dazu da um sie anderen Menschen an den Kopf zu schmeißen, sie sind für einen selbst da um sich mit etwas zu identifizieren. Und das ist jedermanns recht.
Schließlich geht man ja auch nicht zu einer christlichen Person hin und sagt: "Nein, du bist jüdisch!" Das macht keiner, also lasst es auch mit den Sexualitäten und geht nicht immer davon aus, dass ein Mensch überhaupt mit einem anderen Menschen zusammenleben möchte.
Nur weil für einen etwas "normal" ist, ist es noch lange nicht für jemand anders normal. Sonst hätten wir ja alle dieselbe Meinung in allen Dingen. Das wäre irgendwie langweilig, vielleicht einfacher und friedlicher. Aber wenn wir uns nicht mehr streiten würden, was hätten wir dann zu tun?

Nun zum Gender: warum wird immer davon ausgegegangen, dass ein Mensch cisgender ist? (Soziales Geschlecht entspricht dem biologischem Geschlecht) Ich sehe in den Menschen so viel mehr als nur ihr biologisches Geschlecht.
Man sagt so oft, dass man für sein Aussehen und seine Herkunft nichts kann. Aber man kann ja auch nichts für sein biologisches Geschlecht. Wieso wird dann so oft danach geurteilt?
Letztens war ich mit ein paar biologischen Jungs in einem Raum und wir haben uns unterhalten. Auf Dauer hat es mich genervt, dass ständig hervorgehoben wurde, wie ich gerade die einzige (biologische) Frau im Raum wäre. Ich habe nichts gesagt, um nichts erklären zu müssen.
Aber so viele sagen nichts, um einfach nichts erklären zu müssen und dann entsteht so ein Verein wie die AfD, die jeden Menschen, der nicht zur konservativen Norm passt, als kranken Menschen abstempelt.

Was ist für mich die Norm? Die Norm bedeutet für mich, dass jeder Mensch Mensch ist und nicht nach seinem Äußeren verurteilt wird. Ich will auf einer höheren Ebene Mensch sein, in der mein Aussehen keine Rolle spielt, ohne dass ich gleich Gott heiraten und eine Nonnenkutte tragen muss. Ich beurteile Menschen (und das lässt sich nicht vermeiden) nach ihrem Gesichtsausdruck und dem Ausdruck ihrer Augen und (Astro-TV-Alarm) nach der Aura, die sie versprühen.
Ich mag keine Menschen, die den ganzen lieben Tag lang unzufrieden schauen oder Menschen, die mir die Energie klauen. Aber das ist meine Meinung und wenn ein anderer anders denkt, ist das auch ok so.

Und die Moral von der Geschicht: Jeder Mensch, der nach seinem Äußeren einen Stempel draufgedrückt bekommt, hat es viel schwerer zu beweisen, dass er eigentlich anders ist. Darum lasse jeden Menschen so wie er ist. Und schiebe dein Urteil etwas auf, damit kein Vorurteil entsteht.

Lass dich überraschen von der Süße der Menschlichkeit!

31. Januar 2016

Der Weg ist das Ziel

Man hört diesen Spruch so oft und sagt ihn mindestens genauso oft ohne wirklich zu realisieren, was er eigentlich bedeutet.

Ich habe soeben Coelhos "Alchimist" beendet. Es handelt von einem jungen Mann, der aufgrund eines wiederkehrenden Traumes, welcher ihm einen Schatz nahe den Pyramiden zeigt, beschließt ihn tatsächlich zu suchen.

Und die Suche ist letztendlich der tatsächliche Schatz. Was er gelernt hat, ist so viel mehr wert, als das Geld, dass er findet.
Es trägt außerdem eine andere Botschaft mit sich, nämlich die, dass man manchmal einen weiten Weg gehen muss, nur um zu sehen, was sich die ganze Zeit dort befunden hat, wo man die meiste Zeit verbracht hat.

Bei allem, was ich aufgreife, ist mir der Prozess, die Entwicklung so viel wichtiger als das tatsächliche Ergebnis. Denn was bringt mir ein gutes Ergebnis, wenn der Weg dorthin nur mit schlechten Erfahrungen verbunden wird? Dies kann ebenfalls auf die Schule angewandt werden, wenn ich so darüber nachdenke. Gute Noten sind eigentlich so nebensächlich, zumindest sollte es so sein. Aber als Schüler verliert man irgendwann die eigentliche Absicht von Schule: das Wissen, was uns gegeben wird.
Das Wissen ist wie eine Ware, mit der man rumschmeißt. Es entsteht ein absurder Konkurrenzkampf, der zum Bulimielernen führt, nur um zeigen, wer mehr weiß, anstatt voneinander zu lernen.

Und ein Fehler, den fast alle Lehrer machen: sie vergessen dem Wissen Bedeutung zu verleihen. Wieso wird so selten gefragt, warum gerade etwas gemacht wird? Man macht es einfach, ohne zu Fragen oder zu kritisieren und wundert sich dann über demotivierte Schüler.

Zurück zum tatsächlichen Leben und zu meiner eigentlichen Aussage: Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis. Nichtsdestotrotz sollte man das Ziel nicht aus den Augen verlieren um nicht vom Weg abzukommen, obwohl man manchmal einen "falschen" Weg einschlagen kann (Nennt sich auch Erfahrung).
Denn der Weg ist das, was dem Ziel letztendlich den Wert verleiht.

27. Januar 2016

Geflüchtet

Dieser Blog war die letzten Jahre eher apolitisch. Jetzt ändert sich das.

Ich habe gerade gelesen, dass ein Flüchtling gestorben ist. Nicht auf dem Fluchtweg, sondern hier in Deutschland. Nicht, weil ihn dumme Idioten todgeprügelt haben, sondern weil er erfroren ist, weil er vor dem Landesamt für Gesundheit und Soziales gewartet hat.

(Anmerkung: Laut dem Handelsblatt ist der Fall von einem der Mitarbeiter erfunden worden. Dies ändert jedoch nichts an meinem Standpunkt.)

Es regt mich auf, einerseits, ich tue auch nichts für oder gegen die Situation wie sie jetzt ist. Andererseits, was kann ich tun? Ich teile nur meine Meinung und ich glaube, auch wenn man wahrscheinlich dankbar ist für die Offenheit, Akzeptanz und eigentlich Menschlichkeit, bringt es wohl keinem was, wenn ich sage: "Alle Flüchtlinge rein!"

Und das ist auch meine Meinung. Menschen, die in ihrem Land nicht leben können, nicht leben wollen, sondern nicht leben können, sollten Schutz bei uns suchen können.

Nach dem Vorfall in Köln, spaltet sich die Meinung in Deutschland sehr. Ich finde, jemand der in ein Land kommt und dort Menschen verletzt, hat dann doch irgendwie sein Recht verwirkt.
Andererseits muss man beachten, dass nicht alle so sind. Und davor fürchte ich mich. Vor Menschen, die alle in einen Topf stecken. "Die sind doch alle gleich!", wird von manchen gesagt. Und ich denke mir, was soll der Schwachsinn. In Deutschland sind wir doch auch nicht alle gleich und reagieren nicht immer gleich.

Aber da hat man einen Menschen, der sich nicht informiert und nur zu hören bekommt, dass SEIN Komfort begrenzt wird.
Ich habe einen Artikel gelesen, in welchem stand, dass die deutschen Bürger arm sind. Es wurde jedoch nicht definiert, was arm bedeutet. In einem Land wie unserem, wo es so viele Arbeitsplätze gibt und man sich letztendlich einfach nur gut organisieren muss und Massenkonsum nicht als Normalität ansehen darf, ist es nicht so leicht arm zu sein. Natürlich gibt es Ausnahmen, die gibt es immer, was auch immer sie für welche sein sollten. Aber zum Schluss, ist man selbst für sein Leben verantwortlich.

Wenn das Leben den Bach runtergeht, bist du erstmal selber daran Schuld.

Wenn jedoch das Land den Bach runtergeht und du nichts dafür kannst, warum sollte man nicht, die Flucht ergreifen?

Es mag sich vielleicht wie eine Doppelmoral anhören, aber es ist keine. Zumindest denke ich, dass es keine ist.

Wer Janne Tellers "Krieg" gelesen hat, weiß was ich meine. Denn schließlich kann es immer passieren, dass in Deutschland ein Krieg ausbrechen könnte. Wir wiegen uns zu sehr in Sicherheit, aber es kann immer passieren. Allein das Spiel "Risiko" zeigt, wie angreifbar Deutschland ist.

Wenn hier Krieg ausbrechen würde, würdest du hierbleiben, bis deine Familie und du selber stirbst?

Das liegt doch nicht in der menschlichen Natur, dem Überlebensinstinkt. Warum sollte man für etwas kämpfen, was gegen einen ist, und hinter dem man einfach nicht steht? Das macht doch keiner.

20. Januar 2016

"Weil ich ein Junge bin"

Gestern hatte ich viele Freistunden und saß im Aufenthaltsraum meiner Schule bis auf einmal ein Junge, jünger als ich, auf mich zukam und gefragt hatte, warum ich mir denn die Haare abgeschnitten hatte.

Ja, warum eigentlich? Zugegeben, ich wollte die Last des alten Jahres einfach wegschneiden und einen Neuanfang oder einen neuen Abschnitt beginnen aber was weiß der denn schon.

Ich antwortete: "weil es besser zu mir passt." Und das stimmt auch, wenn ich in den Spiegel gucke, sehe ich mich, obwohl ich manchmal meine langen Haare wie ein Geist spüre, was irgendwie gruselig ist. Aber ansonsten bin ich sehr zufrieden und es hat auch gar nichts mit meinem Genderausdruck zu tun...na gut, vielleicht doch, aber ein Junge bin ich nicht.

Und schließlich, wer hat denn beschlossen, dass Jungs nur kurze und Mädchen nur lange Haare haben dürften.
Die Welt wäre doch unglaublich langweilig, wenn alle gleich aussähen.

Zurück zu der Situation: eine Freundin fragte ihn dann provozierend, warum er sich denn nicht die Haare langwachsen lassen würde und was sagte er?

"Weil ich ein Junge bin."

Und zugegeben, dass ist meines Erachtens die dümmste Entschuldigung, die ich je gehört habe und zudem Sexismus gegen sich selbst.


Schade, dass man das von einem jungen Menschen zu hören kriegt.

6. Januar 2016

Dunkelheit und das frohe neue Jahr

Das neue Jahr ist angebrochen.
Was für ein Wunder.
Wie dem auch sei, dieses Jahr wird meinem Leben sehr viel Bedeutung hinzufügen. Ich werde reisen, ich werde mein vorletztes Jahr beenden und mein letztes Schuljahr beginnen. Bis jetzt komm ich ganz gut mit meinen Plänen zurecht.

Ich habe angefangen, ein Buch über Philosophie zu lesen und muss zugeben, dass ich mit der antiken Philosophie entweder nichts anfangen kann oder der Autor mir sie nicht so gut vermitteln kann. In Sophies Welt schien mir die Antike sehr gut beschrieben. Zum Beispiel Demokrits Atomtheorie mithilfe von Lego-Bausteinen zu vermitteln. Dies kann ja auch nur die beste Variante sein.


Trotzdem habe ich das Gefühl, nicht genug zu tun. Ich habe zwar viel Freizeit aber ich verbringe sie nicht frisch und aufgeweckt, sondern müde und mit Schmerzen.

Apropos Freizeit, ich habe entdeckt, dass ich es mag, Musik im Dunkeln in meinem Zimmer zu hören. Die Sinne sind von der Realität abgeschottet. Ich rieche und taste höchstens. Sehen tue ich nur Umrisse, die soviel schöner sind als der eigentliche Gegenstand und ich höre wunderbare Musik.

Ich werde mein Bestes versuchen, um nicht immer in dieser Dunkelheit zu sein. Denn so schön die Dunkelheit auch sein kann, zu viel davon führt auch nicht zur Aufklärung, um zu entdecken, was sich hinter dieser Dunkelkeit verbirgt.

26. Dezember 2015

Ewigkeit

Ich bin gerade mehr oder weniger beim Lesen eines Artikels über Stephen Hawking und seine Theorien auf eine Idee gekommen.
Zwar ist es keine Idee aber ein Ergebnis oder auch ein Schluss. Nämlich, dass es uns immer gibt.
Ich bin nicht ich, ich bin die Menschheit.
Genauso wie meine Nachfahren nicht sie selbst sondern ich und ihre Vorfahren sein werden.
Auch wenn es einen Menschen noch nicht gibt, wie man ihn kennt, existiert er schon. Die nötige Reaktion, auch Befruchtung genannt, um diesen Menschen zu kreieren, beziehungsweise ihm einen Charakter zu geben, macht ihn zum lebenden Menschen.
Es wird gesagt, dass ein toter Mensch in seinen Nachfahren weiterlebt. Aber die Nachfahren leben bereits in uns.
Je nachdem ob man an das Schicksal glaubt, oder nicht, unterstützt man das, was ich eben schloß, oder eben nicht.
Mir gefällt der Gedanke, dass theoretisch hunderte Menschen schon in uns sind, sie müssen nur reagieren. Es ist eine Weise der Betrachtung.
Um das Leben zu beschreiben, nehme ich gerne einen Kuchen zum Vergleich. Bevor man bäckt, muss man die nötigen Zutaten bereitstellen. Diese müssen "reagieren" und werden dann zum Kuchen. Aber sind die Zutaten nicht schon so ein hypothetischer Kuchen? Sie können zwar auch ein Laib Brot sein, aber nach der Reaktion sind sie nunmal ein Kuchen.
Und doch waren sie schon vorher einer, nur eben ein hypothetischer.

Es ist wie das Haus der Vierecke nur eben nicht ganz. Das Haus der Menschen? Ach, was weiß ich schon.

21. November 2015

Was tu ich mir nur an

Der Stress erdrückt mich, ich gehe rein in die Schule und raus, alles zieht an mir vorbei.

Derselbe öde Alltag. Obwohl ich es manchmal auch schaffe, mich zu beschäftigen. Und zwar mit Dingen, die außerhalb des Internets geschehen. Oder zumindest außerhalb des irrlosen Scrollens, das zu keinem Ende führt.

Ich bin wieder dabei oder immernoch, meinen materiellen Besitz zu minimieren. Es läuft ganz gut und ich habe einen guten Überblick.


Aber: Ich kann es nicht abwarten, alleine zu leben. Einfach nur, um alles alleine gestalten zu können.

Wie dem auch sei, ich habe mich diese Nacht (Ja, es ist eine dieser schlaflosen Nächte) mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, was ja stark mit dem Minimalismus zusammenhängt. Aber Vorsicht: es ist letztendlich doch nicht dasselbe!

Ich rege mich in letzter Zeit oft über Müll auf. Nicht unbedingt wegen der Nachhaltigkeit, sondern eher wegen der Bequemlichkeit und der Ästhetik. Ich kann es nicht leiden, Müll rauszutragen.
Nicht unbedingt die beste Grundvoraussetzung, aber der Wille, den Müll kleinzuhalten ist immerhin da.

Ich habe mir vorgenommen:
  • Kosmetik selberzumachen (sprich Haushaltsmittel, Öl, Öl, Öl und Vitamin E)
  • Plastikfreier zu leben
  • Vegetarischer zu leben
  • Bücher und Filme eher als Luxus zu betrachten

Zu den ersten drei Punkten möchte ich sagen: ich will aber keine Ökotussi sein. Ich machs einfach, weil es a) größtenteils Geld spart, vorausgesetzt man kauft klug ein und b) weil ich gerne auch was selber kreieren möchte und weil mich kosmetiktechnisch die Verpackungen weniger ansprechen (Sorry Mr. Warhol)

Zum letzten Punkt: Ich glaube, dass dieser eher verwirrt.

Eigentlich habe ich schon viel darüber geschrieben, aber mehr ist auch manchmal einfach mehr.

Ich besitze gewisse Bücher und Filme, die mir am Herzen liegen. Ich habe geplant, diese auf einem Regal zu positionieren, auf welchem sich zurzeit Bücher befinden, die nach dem Lesen verschenkt oder verkauft werden. Zudem kommen noch drei-vier Zeitschriften, die ich erstmals besitzen will, einen Bluetooth-Lautsprecher und meine analoge Spiegelreflexkamera.

Man könnte meinen, das sei meine Nachhaltigkeitssünde, aber naja ... was solls. Schließlich besitze ich auch noch eine Ukulele und ein Laserschwert.


Ich schweife ab. Was ich sagen wollte, war, dass ich vorhabe, eher in die Bibliothek zu gehen, aber das erklärt sich auch irgendwie von sich selbst.

Zum Luxus äußere ich mich später noch.

19. Oktober 2015

Ich pass nicht rein

Ich weiß nicht wieso, aber schon immer habe ich das Verlangen, jedem zu gefallen.

Das macht einen fertig und ist eigentlich auch unmöglich.

Ich habe einige Interessen, aber manche erwähne ich nicht, wenn ich neue Leute kennenlerne. Ich traue mich selten, jemand Fremden zu widersprechen. Wenn ich etwas sage, dass meinem Gegenüber nicht gefällt, versuche ich die Person zu besänftigen. Klar, das macht ja jeder irgendwie, aber nicht in dem Sinne wie ich es meine.

Ich habe den unglaublichen Drang, geliebt zu werden. Von allen. Auch wenn ich das so nicht zugeben würde.

Es wird sich was ändern, ich muss rausfinden, was ich will. Gerade jetzt.

Ich habe mir ehrlich gesagt nie richtige Gedanken über meine Zukunft gemacht. Ich habe versucht, Menschen zu kopieren, beziehungsweise Eigenschaften, die ich gut fand.


Und nun steh ich da und frage mich: Wer bin ich eigentlich?

Der ständige Drang, Menschen einen bestimmten Eindruck zu machen. Aber jetzt denk ich mir: und was ist, wenn sie sich über mich lustig machen? Fang an zu lachen.

Ich muss mir selbst treu werden.

Wer bin ich?

Ich habe harmlose Neurosen
Ich brauche viel Aufmerksamkeit
Ich lache auf viele Arten
Ich bin schrecklich ungeduldig
Ich kann sehr still sein
Ich mag Ordnung, ich liebe sie sogar
Ich mag leere Flächen
Ich hasse es, zu viel zu haben
Ich mag Doctor Who und Gossip Girl
Ich mag Mathe und interessiere mich für Mode
Ich habe eine analoge Kamera
Ich mag keinen Alkohol
Ich finde Champagner trinken jedoch sehr elegant
Ich mag keine Betrunkenen, die mir Angst machen
Manchmal hab ich keinen Bock lustig zu sein
Ich versuche Witze zu reißen, wenn ich nervös bin
Ich hasse eine angespannte Stille
Ich liebe Menschen, mit denen ich leise, laut, ernst und verrückt sein kann
Ich bin schrecklich selbstbezogen
Ich kann nicht alleine weinen
Ich kann Raucher nicht ausstehen
Es sei denn, ihnen "steht" das rauchen, wie Audrey Hepburn oder meine Ziehoma
Ich glaube ich will singen. Professionell
Ich mag Schwarz und Weiß





Ich glaube, dass bin ich.


Und irgendwie pass ich nirgendwo richtig rein. Ich könnte mich nie mit nur einer Gruppe identifizieren. Ich bin nicht nur ein Nerd. Ich mag auch Kleider und Schminke. Genauso liebe ich es zu singen und intellektuelle Gespräche zu führen.

Weg mit der Marke, ich will alles sein, was ich sein kann.






24. August 2015

Vorbilder

Menschen, die das verkörpern, was wir sein wollen. Wir gucken tagtäglich in den Spiegel und denken, was man verbessern könnte.
Dabei orientieren wir uns an eben diesen Menschen, der Perfektion.

Meistens sind es Prominente oder fiktive Personen. Aber auch wenn uns diese Person nahesteht und wir sie kennen, wir werden nie wie sie sein.

Ich habe seit längerem versucht, wie ich zu sein. Doch wer bin ich tatsächlich? Was will ich und was finde ich eigentlich schön.

Kennst du diesen Moment, wenn du einen Film siehst und denkst, das will ich! Ich will so leben wie diese Person, diese Person sein.

Aber willst du das wirklich? Oder willst du einfach nur sein wie diese Person, weil sie glücklich ist. Weil es so wirkt, als ob sie genau weiß wer sie ist, weil sie selbstbewusst ist?

Jeder Mensch hat Selbstzweifel.

Wir sehen uns öfter als jeder andere Mensch, haben also mehr Zeit unsere Fehler schneller zu entdecken. Wir sehen nur das, was man uns präsentiert.

Wenn ein Fremder einen hübsch findet, weiß er nicht, dass man am morgen vor dem Spiegel stand und nicht wusste, was man anziehen sollte. Er sieht das Endpaket.

Zurück zu den Vorbildern.

Jede Person hat ihre Eigenarten, die sie eben einzigartig machen. Ich verehre Audrey Hepburn und habe viele Bücher über sie gelesen. In einem steht, welche Musikrichtung sie mag oder welche Filme sie gerne geschaut hat. Oder was ihr Lieblingsessen war.

Um ehrlich zu sein, habe ich versucht sie zu kopieren. Versuchte immer ruhig zu sein und mich nicht in den Mittelpunkt zu stellen. Dachte, das dies mich glücklich machen wird. Denn schließlich war sie ja glücklich. Zumindest wirkte es so.

Schlussendlich habe ich gemerkt, dass ich nicht in diese Form passe. Das bin ich nicht. Ich brauchte mein Drama hin und wieder. (Nein, ich bin keine Dramaqueen - ich bin Schauspielerin ... im Herzen)
Ich fühlte mich schlecht, weil ich dachte, sie wäre entäuscht von mir. Aber bitte: sie kannte mich doch nicht mal.

Also entschloss ich mich dazu, die Dinge, die für mich funktionierten, beizubehalten, aber sie mit mir zu kombinieren.

Und so lief es mit allen Vorbildern, die ich in den letzten Jahren hatte. Ich nahm das Beste für mich auf, was nicht immer viel sein musste und ging weiter.

Denn wenn wir ehrlich sind, wenn du Fleisch liebst, aber dein Vorbild Veganger ist, warum sollst du dich zu etwas zwingen?

Schließlich geht es um die Dinge, die sie zuerst zum Vorbild gemacht haben. Sei es der Stil, ein bestimmtes Talent oder eine einzigartige Charaktereigenschaft, das Potenzial steckte schon in uns und wurde nur durch das Entdecken des Bestimmten herausgeholt.


Ich mein, wer will schon die Kopie von jemanden sein?



Zusatz: Ich habe wieder mit der analogen Schwarzweiß-Fotografie angefangen...langsam



20. Juli 2015

Andere Ebenen

Heute war ich zunächst in einer Ausstellung in der Deutschen Bank Kunsthalle in Berlin Photo-Poetics - fand ich ganz in Ordnung, ich habe eine Künstlerin entdeckt, deren Werk 'Mittnacht' mich überaus inspiriert hat. Kathrin Sonntag ihr Name wie Susan Sonntag, nur eben Kathrin.

Wie dem auch sei, als ich das Gebäude verließ und wieder in den lauten Straßenlärm zurückkehrte, machte ich mich langsam auf den Weg nachhause als ich plötzlich auf einen Straßenmusiker traf. Er spielte auf seiner Akustikgitarre mit Verstärker verschiedene Stücke, Black Orpheus, the Shadow of your Smile und welche die ich nicht kannte.

Ich beschloss mich auf eine Bank zu setzen um den Klängen seiner Musik zu lauschen. Es war wie ein Rausch. Für einen kurzen Moment war ich irgendwo nur nicht dort, ich sah die Touristen nicht mehr, hörte die Autos nicht mehr. Ich wollte mehr Musik, mehr von diesen süßen Tönen, die dieses Instrument von sich gab.

Verdammt, war das ein guter Musiker.

8. Juli 2015

Aussehen und Verstecken

Ich sehe so viele Leute, die sich aufreizend kleiden und genau so viele Leute, die darüber lästern.

Leute, die gerne einen Umhang um die "leichten" Mädchen hängen würden, damit man ja nichts sieht. Ich persönlich sehe dies kritisch.

Denn solange man trägt, was einem selbst gefällt, was einen glücklich macht, akzeptiere ich alles.
Aber wenn jemand etwas trägt, nur weil man einer anderen Person darin gefällt, egal ob es die Mutter oder ein Verehrer oder sonst was ist, finde ich dies wirklich einfach nur traurig.

Ich glaube jemand sagte einst, dass je mehr man an sich versteckt, desto neugieriger werden die Menschen, weil sie sich fragen, was darunter steckt.
Ob dies immernoch auf unsere Gesellschaft zutrifft, kann ich leider nicht sagen. Denn die meiste Aufmerksamkeit kriegt der, der reizt.
Oder es gibt mehrere Auffassungen von Aufmerksamkeiten, die des Moments und die der Ewigkeit. Vielleicht kann man das auch in relative, individuelle und allgemeine Aufmerksamkeit teilen.

Bevor ich ausschweife, denn dies gehört nun wirklich nicht zum Thema, will ich zusammenfassend sagen:
Es ist nicht das Aussehen an dem wir arbeiten müssen, sondern die Mentalität. Man muss den Menschen schon von kleinauf klar machen, dass sie sein können, wer sie sein wollen und man Mitmenschen mit Respekt behandelt und nicht mit weniger Respekt behandeln, nur weil diese einen knappen Rock trägt, auch wenn sie es nur für sich selbst tut.

Und dass man sich nicht verbiegen soll oder der Gruppe folgen muss, nur um Liebe und Aufmerksamkeit zu erhalten.


3. Juni 2015

Status

Ich finde es furchtbar, wie manche Menschen von anderen denken. Und vor allem die Gründe, wieso sie denn nicht so denken.

Statussymbole. Eines der dümmsten Dinge die es gibt und doch haben sie einen festen Bestand in unserer Gesellschaft.

Man hat es geschafft, wenn man ein Auto und ein Haus hat und verheiratet ist mit zwei Kindern.
Natürlich ist dagegen nichts einzuwenden, wenn es einen glücklich macht. Aber es nur zu tun, weil du allen beweisen willst, dass du es geschafft hast?

Wieso machst du dich kaputt mit einer Arbeit, die dir nichtmal Spaß macht, nur um nachhause zu kommen in einem Auto, dass dich fett macht, zu deinem Partner, den du nicht wirklich liebst und zu Kindern, die total verzogen sind in ein Haus, dessen Einrichtung du nicht einmal schätzt.

Nur damit du sagen kannst, du hast es geschafft? Du bist auf der Spitze des Lebens?
Nun ja, nur Berge haben Spitzen und wenn du es nach oben geschafft hast, geht es irgendwann auch mal wieder nach unten.

Ich will hiermit natürlich nicht sagen, dass es verkehrt ist, so ein Leben zu führen, solange es dich und deine Mitmenschen glücklich macht.

Was ich sagen will, ist dass ich es absurd finde, Menschen danach zu beurteilen, welchen Wagen sie fahren oder welches Kleid sie tragen oder ob sie in einem großen Haus wohnen, in welchem Menschen Platz finden würden, die normalerweise erfrieren, weil sie nicht mal ein Dach über dem Kopf haben.

Denn wenn das einzige, was man noch von sich sagen kann, dass ist was man besitzt, aber ansonsten nichts sagen kann, ist man dann nicht irgendwann doch allein?


Our memories are more vivid and so much more than a cheap souvenir.
And our minds impress, not the dress we are wearing.